Student Geld anlegen

Als Student Geld anlegen – welche Risiken bestehen?

Geldanlage als Student

Deutsche können mit der Altersvorsorge nicht früh genug beginnen. Auch Studenten wird oft nahegelegt, etwas für die Zukunft zu tun. Allerdings sind ihre Möglichkeiten begrenzt. Doch auch damit lässt sich in der Regel schon etwas bewegen.

Problem Nr. 1: Finanzielle Knappheit

Kaum ein Student kann sich große Sprünge erlauben. Bei den meisten bleibt kaum Geld zum Monatsende übrig. Die letzte repräsentative Erhebung der Studentenwerke stammt aus 2012. Dort stehen durchschnittliche Einnahmen von 864 Euro durchschnittliche Ausgaben von 794 Euro gegenüber. Allerdings sind die Semestergebühren hier nicht einkalkuliert. Sie schwanken sehr stark und können zwischen knapp 90 und fast 300 Euro betragen. Gerade bei den teureren Semesterbeiträgen bleibt dem Durchschnittsstudenten nur durch die Kosten des Studiums und den Lebenshaltungskosten keine Möglichkeit, Geld anzulegen.

Natürlich variieren die tatsächlichen Beträge stark. In Groß- und Studentenstädten sind die Mieten in der Regel deutlich teurer. Auch ob eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer bewohnt wird, macht einen großen finanziellen Unterschied aus.

Zudem ist die Finanzlage unter den Studenten sehr unterschiedlich. In der Regel nutzen sie vor allem die Finanzquellen Bafög, Eltern und Nebenjob. Auch Stipendien nehmen inzwischen eine wichtigere Stellung ein. Dies führt allerdings dazu, dass es vereinzelt Studenten gibt, deren Lebenshaltungskosten deutlich unter dem Durchschnitt liegen, während ihre Einnahmen deutlich höher sind.

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Problem Nr. 2: Flexibilität

Das wohl größte Problem bei der Anlage als Student, ist die Tatsache, dass Studenten nicht absehen können, wie ihr weiteres Leben verlaufen wird. Es gibt viele Unsicherheiten in Bezug auf die spätere Lebenssituation und die Finanzen. So ist es zum einen möglich, direkt nach dem Abschluss einen gut bezahlten Job in Festanstellung zu erhalten, wie sich jahrelang mit Praktikantenjobs und freier Mitarbeit über Wasser zu halten.

Vorsorgeprodukte sind in der Regel allerdings vor allem eines: Unflexibel. Wer später kein Geld für dringend benötigte Anschaffungen oder die Fortführung der Verträge hat, ärgert sich doppelt über die frühe Sparwut. Zudem sind viele Produkte für Studenten gar nicht geeignet. Riestern können sie beispielsweise nicht, weil sie in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Einzige Ausnahme existiert bei Minijobbern, die im Gegenzug allerdings auf der Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichten und den Arbeitgeberbertrag selbst aufstocken.

Langfristige Verträge sind also nicht für Studenten geeignet, zumal das Einkommen schnell schwanken kann. Die Eltern können die Unterstützung streichen, die maximale Förderungsdauer beim Bafög überschritten oder der Nebenjob gekündigt werden. Weniger gut für Studenten geeignet sind deswegen:

  • Bausparverträge
  • Kapitalbildende Lebensversicherungen
  • Rentenversicherung

Welche Argumente sprechen für die Geldanlage als Student?

Auch wenn Fragen nach Altersvorsorge und Geldanlagen für viele Studenten schlichtweg keine Rolle spielen, gibt es einige Argumente, die dafür sprechen:

  • Wer früh wenig spart, profitiert vom Zinseszins.
  • Es ist sinnvoll, sich an Sparen zu gewöhnen.
  • Schon wenig Geld reicht zu Beginn aus.

Wer beispielsweise einen Sparplan monatlich mit 50 Euro bespart und 3 % Zinsen erhält, kann dann besonders profitieren, wenn er dies über viele Jahre fortführt. Ein 20-jähriger, der diesen geringen Betrag bis zum 65. Lebensjahr monatlich einzahlt, kann beispielsweise von einem Endkapital von über 56.500 Euro profitieren, während die Einzahlung nur 27.000 Euro beträgt. Beginnt er hingegen erst mit 30, beträgt das Endkapital knapp 37.000 Euro, die Einzahlung beträgt 21.000 Euro.

Das magische Dreieck der Geldanlage

Die Grundlage jeder Geldanlage ist das magische Dreieck. Grundsätzlich widerstreiten sich die folgenden drei Interessen: Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit. Alle drei gleichzeitig sind niemals gegeben. Wer eine höhere Rendite will, muss sein Geld länger anlegen, wer Sicherheit möchte, kann weniger Rendite erzielen und wer verfügbare und sichere Geldanlagen möchte, erhält dafür kaum Rendite. Dies wird derzeit besonders deutlich. Anleihen von sicheren Staaten bringen nur noch bei einer besonders langen Festschreibung eine nennenswerte Rendite, Tagesgeld ist keine Alternative zum Girokonto mehr und riskante Anlagen werden unter Privatanlegern immer gefragter.

Dies stellt Studenten vor eine große Herausforderung. Sie haben in der Regel nicht genügend Kapital, als dass sie es sich leisten könnten, Geld so anzulegen, dass sie es nicht wieder abheben können. Wenn überhaupt, ist dies nur für kleine Summen möglich. Kaum ein Student hat die empfohlene Summe von zwei bis drei Nettomonatsgehältern auf der hohen Kante. Stattdessen handelt es sich in der Regel um deutlich geringe Beträge oder Guthaben, das im Ernstfall benötigt werden könnte.

Wichtig sind für Studenten vor allem zwei Faktoren: Geringe Einzahlungsbeträge müssen möglich sein und/oder die Geldanlage muss flexibel sein.

Deswegen stellen wir gezielt Geldanlagen vor, die entweder ein hohes Maß an Flexibilität aufweisen, oder mit sehr geringen Beiträgen genutzt werden können:

Tagesgeld kommt aus der Mode

Lange Zeit war deswegen Tagesgeld die Geldanlage Nr. 1 unter den Studenten. Tagesgeld ist in der Regel besser verzinst als das Girokonto, bietet jedoch fast die gleiche Flexibilität. Umbuchungen geschehen in der Regel noch taggleich, sodass das Geld auch im Notfall flexibel genutzt werden könnte. Allerdings sind die Zinsen zumindest derzeit den Aufwand kaum wert.

Sparpläne sind empfehlenswert

Bank-, Fonds- oder ETF-Sparpläne sind besonders empfehlenswert, solange die Flexibilität gegeben ist. Dies gilt allerdings vor allem für die Aussetzung der Sparbeiträge, nicht unbedingt für die Auflösung des Produktes. Wer hier investiert, muss dies langfristig tun, um keine unnötigen Verluste zu riskieren.

Aufgrund verschiedener Vorteile eigenen sie sich für Studenten jedoch trotzdem:

  • Hohe Rendite möglich
  • Kein Zwang zur Zahlung
  • Große Auswahl
  • Gute Risikostreuung
  • Cost-Average-Effekt
  • Geringe Sparrate möglich

Risiken können natürlich Kursverluste sein. Auch kann das Kapital nicht zu jedem Zeitpunkt verlustfrei entnommen werden.

Festgeld und Anleihen bedingt geeignet

Wer weiß, dass er eine größere Summe nicht benötigt, kann diese in Festgeld oder Staatsanleihen investieren. Derzeit ist der Zins allerdings kaum höher als beim Tagesgeld. Es handelt sich dabei um leicht zu verstehende Geldanlagen, die für erste Schritte sehr gut geeignet sind. Wirklich sinnvoll wird diese Anlageform allerdings erst mit steigendem Leitzins wieder werden. Und selbst dann sind sie erst ab niedrigen vierstelligen Beträgen geeignet, die der Student ganz sicher über die Laufzeit nicht benötigt.

Aktien ohne Risikostreuung problematisch

Mit kleinem Budget empfehlen sich Aktien als Geldanlage ebenfalls nicht. Wer nur in Einzeltitel investiert, riskiert zu viel. Die Aktie könnte sich jederzeit als Flop herausstellen und im schlimmsten Falle sogar einen Totalverlust darstellen. Zudem sind die Transaktionskosten im Verhältnis bei kleinen Orders zu groß und schmälern die Rendite deutlich.

Wirklich geeignet sind Aktien nur bei einem niedrigen fünfstelligen Kapital. Kann der Student diese Summe aufbringen und auf sie über einen langen Anlagehorizont verzichten, sind Aktien aufgrund der guten Rendite jedoch geeignet.

Vorsicht: Bafög!

Allerdings müssen Studenten, die Bafög erhalten, ihre Geldanlagen genau im Blick behalten. Der Vermögensfreibetrag beträgt derzeit für Singles 5.200 Euro. Maßgeblich ist dabei zwar der Zeitpunkt der Antragstellung, allerdings muss diese für jeden Bewilligungszeitraum neu durchgeführt werden.

Dabei gehen viele Posten in die Berechnung ein, die Studenten normalerweise nicht vermuten. Hierunter fallen:

  • Immobilien
  • PKW
  • Barvermögen
  • Mietsicherheit (kann als Härtefall nach § 29 Abs. 3 BAföG freigestellt werden)
  • Forderungen gegenüber Dritten
  • Wertpapierguthaben
  • Lebensversicherungen
  • Sparvermögen
  • Bausparverträge
  • Geschäftsanteile

Gerade der PKW und die Wertung der Mietkaution als zum Vermögen zählend führen häufig dazu, dass viele Studenten schnell an der Vermögensgrenze kratzen, obwohl das Vermögen nicht liquide ist. Wer zu Beginn seines Studiums monatlich 50 Euro spart und dies mit Rendite anlegt, könnte Probleme haben, den Antrag zum Ende des Studiums durchzubekommen, wenn er sein gesamtes Vermögen rechtmäßig angibt. Aus diesem Grund lohnt sich die regelmäßige Geldanlage für Bafög-Empfänger also kaum. Allerdings können Mietsicherheit und Auto als Härtefall freigestellt werden, dafür sind allerdings Anträge erforderlich.

Wichtiger als Geldanlage? Vor Risiken absichern

Viele Anlageberater empfehlen Studenten, lieber einen anderen Weg einzuschlagen und sich gegen Risiken abzusichern. Dies gilt als sinnvoller, da naheliegende Risiken im Ernstfall deutlich schwerer wiegen als weniger Kapital zur Rente.

Der Klassiker unter den Absicherung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ermöglicht es nicht, Vermögen aufzubauen. Stattdessen können Studenten sich so gegen das Risiko absichern, den künftigen Beruf wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr ausüben zu können. Dies ist auch deswegen sinnvoll, weil sie umso günstiger ist, je früher der Einstiegszeitpunkt ist. Sie sollte allerdings nicht mit einer Lebensversicherung kombiniert werden. Kombiprodukte bieten in der Regel nicht das beste Preis-Leistungsverhältnis und können zudem nicht unabhängig voneinander gekündigt werden.

Auch eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung ist für junge Leute, die viel im Ausland unterwegs sind, unabdingbar. In besten Fall sollten auch Bergungs- und Rückführungskosten enthalten sein.

Desweitern sollten auch Studenten einen Notgroschen zurückhalten. Müssen unvorhergesehene Ausgaben bestritten werden, lässt sich Geld aus anderen Finanzprodukten häufig nur schwer und mit Verlust abziehen. Der Versuch zu sparen geht dann nach hinten los und der Anleger verliert sogar Geld. Deswegen sollte zuerst ein Notgroschen angelegt werden, bevor über die Geldanlage nachgedacht wird.

Darüber hinaus gilt: Auf keinen Fall sollten Studenten ihr Studium schleifen lassen, weil sie zusätzliche Arbeitsbelastung eingehen, um Geld anzulegen.

Fazit:

Für Studenten ist es nicht leicht, Geld schon früh anzulegen. Langfristige und starre Verträge eigenen sich nicht. Studenten sollten deswegen zuerst ihre Risiken absichern und dann über kleine Beträge versuchen, mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Aufgrund des Zinseszinseffektes können sich dann allerdings schon aus kleinen Beträgen beeindruckende Summen entwickeln.

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