Robo-Advisor Ginmon Erfahrungen – Test und Bewertung

Im Vergleich zu vielen anderen Robo-Advisorn arbeitet Ginmon aus Frankfurt sowohl mit einer fixen Grundgebühr als auch mit einer Erfolgsbeteiligung. Dies macht das FinTech vor allem in schlechten Marktphasen zu einer günstigen Möglichkeit der passiven Vermögensverwaltung. Auch Transparenz und ein ausführlicher theoretischer Unterbau führen dazu, dass die Geldanlage für Ginmon für Privatanleger interessant sein dürfte.

Wie wird das Geld der Kunden angelegt?

Die Geldanlage geschieht bei Ginmon vor allem über ETFs, also passiv verwaltete Fonds. Dabei setzt der Finanzdienstleister allerdings auf Basiswerte mit intrinsischer Wertsteigerung und verzichtet auf spekulative Renditen. Dementsprechend finden sich weder Rohstoffe noch Währungen im Portfolio der Kunden. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Anleihen, Aktien und indirekte Immobilien. Insgesamt kann Ginmon so in 47 Länder und rund 10.000 unterschiedliche Unternehmen investieren.

Ginmon verspricht hohe Renditen bei absoluter Transparenz und fairen Gebühren.

Ginmon verspricht hohe Renditen bei absoluter Transparenz und fairen Gebühren.

Im Detail sieht dies so aus, dass je nach Risikoprofil unterschiedliche Fonds mit bestimmten Eigenschaften genutzt werden. Die zugrundeliegenden Märkte sind:

  • Aktien Industrieländer
  • Aktien Wachstumsmärkte
  • Aktien kleiner Unternehmen weltweit
  • Anleihen Staaten und Unternehmen weltweit
  • Anleihen europäischer Unternehmen
Jetzt zum Angebot von Ginmon

Je nach Anlagestrategie sind diese fünf Fonds in allen Angeboten enthalten. Was sich allerdings unterscheidet, ist der Anteil. So ist der Anteil an Anleihen im konservativsten Portfolio insgesamt bei neunzig Prozent (72 % Anleihen Staaten und Unternehmen weltweit, Anleihen europäischer Unternehmen 18 %), während das offensivste auf Anleihen völlig verzichtet. Der Anteil an Anleihen beträgt im zweitrisikoreichsten Portfolio allerdings immerhin noch zehn Prozent, wobei sich zwei Prozent auf Anleihen europäischer Unternehmen und acht Prozent auf Anleihen Staaten und Unternehmen weltweit verteilen. Dafür verfügt das konservativste Portfolio über einen Aktienanteil von zehn Prozent, das risikoreichste hingegen über 100 %.

Die einzelnen ETFS wählt der Robo-Advisor nach den folgenden Kriterien aus:

  • Physische Replikation
  • Maximale Streuung
  • Hohe Kosteneffizienz
  • Minimale Wertpapierleihe
  • Steuereinfachheit
  • Niedrige Spreads

Die Consorsbank als Partner?

Ginmon ist ein reiner Vermögensverwalter und kann dementsprechend das Depot der Kunden nicht selbst anbieten. Die Abwicklung der Transaktionen und die Verwahrung der Wertpapiere wurde jahrelang von der DAB Bank übernommen. Bei ihr wurde der Anleger also ebenfalls Kunde, da dort ein Depot für ihn eröffnet wurde.

Es handelte sich bei dem Geldinstitut um eine deutsche Niederlassung der französischen PNB Paribas. Lange Zeit war die DAB Bank der Partner von Ginmon, allerdings wurde dies vom französischen Mutterkonzern inzwischen mit der Consorsbank zusammengefasst. Auch wenn Ginmon sich dazu noch nicht eindeutig geäußert hat, ist deswegen davon auszugehen, dass die Consorsbank die Kunden in der Zukunft übernimmt. Es ist bedauerlich, dass das FinTech sich zu diesem Umstand noch nicht geäußert hat.

Wie teuer ist Ginmon?

Ginmon erhebt eine Gebühr, die sich sowohl aus einer Grundgebühr, als auch aus einer Erfolgsbeteiligung zusammensetzt. Derzeit müssen Kunden die folgenden Kosten tragen:

  • Grundgebühr in Höhe von 0,39 % der Anlagesumme pro Jahr
  • Erfolgsbeteiligung von 10 % (nur bei neuen Höchstständen)
  • Interne ETF-Kosten (im Beispiel 0,37 %)

Das führt dazu, dass Kunden durchaus bei einer Marktrendite von 6,53 % nur 5,19 % p. a. vor Steuern einstreichen können. Die reinen Anbieterkosten wären in diesem Fall mit 0,97 % im Vergleich zu anderen Robo Advisorn im Erfolgsfall immer noch günstig. Bei einer Rendite von nur zwei Prozent würden sich die die Verwaltungsgebühren auf 0,51 % belaufen.

Damit kann die Gebührenstruktur sich gegenüber anderen Anbietern mit fester Provision vor allem dann behaupten, wenn das Portfolio eine eher schwache Wertentwicklung verzeichnet, ist jedoch nicht zu hoch, wenn die übliche Wertentwicklung eintritt. Bei einer starken Wertentwicklung würde sich die Erfolgsbeteiligung im Vergleich allerdings nachteilig auswirken. In Bezug auf aktuelle Angebote von Robo Advisorn mit reiner Gewinnbeteiligung ist das FinTech durch die Grundgebühr allerdings deutlich teurer.

Folgende Kosten sind wie üblich in den Verwaltungsgebühren enthalten:

  • Eröffnung des Depots
  • Depotführung
  • Betreuung via Chat, E-Mail und Telefon
  • Ein- und Auszahlungen
  • Änderungen von Sparrate oder Anlagestrategie
  • Überwachung und Rebalancing
  • Keine Provisionen, Kickbacks oder Ausgabeaufschläge

Welche Konditionen müssen Anleger beachten?

Wer bei Ginmon Geld anlegen möchte, muss Mindestvoraussetzungen erfüllen. Die Mindestanlage beträgt 1.000 Euro in Verbindung mit einer monatlichen Sparrate von 50 Euro. Will der Kunde hingegen keinen Sparplan einrichten, muss er mindestens 5.000 Euro anlegen.

Ginmon fordert keine Mindesthaltedauer. Wer seine Anteile verkaufen möchte, kann dies also jederzeit tun. Der Robo-Advisor benötigt dafür nur wenige Arbeitstage und schreibt das Geld dann dem angegebenen Referenzkonto gut. Sinnvoll ist es jedoch natürlich, einen langfristigen Anlagehorizont zu wählen, um Risiko durch Wertschwankungen zu minimieren. Es ist zudem nicht möglich, das Kundendepot bei der Depotbank im Kündigungsfall zu behalten. Auch die enthaltenen Wertpapiere werden bei einer Kündigung des Vertragsverhältnisses veräußert.

Derzeit können Kunden leider noch keine Wertpapiere aus ihren Depots in die Anlagestrategie bei Ginmon übertragen. Auch ein Verkauf durch Ginmon zur Anrechnung bei der neuen Anlagestrategie ist derzeit leider nicht möglich. Ginmon prüft jedoch diese Möglichkeit und setzt sie möglicherweise in Zukunft um.

Jetzt zum Angebot von Ginmon

Nach welchen Grundsätzen legt Ginmon das Geld an?

Ginmon setzt bei der Bereitstellung seines Dienstes vor allem auf drei unterschiedliche Merkmale:

  • Optimale Diversifikation durch maximale Streuung der Anlagesumme über Anlageklassen, Länder und Industrien und somit optimiertes Rendite-/Risiko-Verhältnis
  • Erwiesene Renditetreiber durch antizyklisches Investment in Anlageklassen die historisch gesehen die höchste Wertsteigerung generieren
  • Individuelle Risikoanpassung durch das Kundenprofil.

Der Robo-Advisor überwacht dabei ständig die Zusammensetzung des Portfolios. Jede Kontobewegung wird dabei dafür genutzt, das Portfolio an die optimale Kapitalverteilung anzugleichen. Abweichungen von mindestens 10 % erkennt das System automatisch und führt dann automatisch ein Full Rebalancing aus.

Während der Geldanlage überwacht das FinTech zudem den Markt von ETFs und Indexfonds. Sollte sich dabei ein effizienteres Produkt herauskristallisieren, besteht die Möglichkeit, dass der entsprechende Anteil der Geldanlage auf dieses verlagert wird.

Wie läuft das Investment bei Ginmon ab?

Wer sich für eine Anlage bei Ginmon interessiert, kann zuerst seinen Anlagetyp ermitteln. Dies wird über einen Fragebogen durchgeführt. Es ist jedoch auch möglich, diesen zu überspringen und direkt zu den Geldanlagen zu springen. Wer allerdings den Risikotyp ermitteln möchte, sollte dafür Fragen nach den folgenden Themen beantworten:

  • Alter
  • Verbleibender Anteil des monatlichen Nettoeinkommens
  • Anteil der Ersparnisse, die bei Ginmon angelegt werden sollen
  • Anlagedauer
  • Anlageziele
  • Bevorzugte Wertschwankungen und maximaler kurzfristige Wertminderung

Im Anschluss daran erhält der Interessent eine Empfehlung, welches Portfolio am besten die Präferenzen wiederspiegelt.

Hier erfährt er auch einige Einzelheiten, wie zur erwarteten Rendite, die sich natürlich an historischen Daten aus den letzten Jahren orientiert und lediglich eine Prognose darstellt. Diese wird auch anhand der Anlagesumme, die der Kunde wünscht, grafisch dargestellt.

Etwas bedauerlich ist allerdings für viele unerfahrene Anleger sicherlich, dass nicht aufgeführt ist, wie sich die Geldanlage abseits der Prognose entwickeln könnte. So kommt beispielsweise zu keinem Zeitpunkt das Szenario vor, dass die Geldanlage an Wert verliert. Richtigerweise weist Ginmon auch darauf hin, dass die Darstellung keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung darstellen sollen und eine steuerliche, rechtlich und finanzielle Beratung durch Ginmon nicht ersetzt wird. Allerdings könnten gerade Einsteiger die Illustration zu Ernst nehmen.

Jetzt zum Angebot von Ginmon

Darüber hinaus gibt der Broker an, in welche Fonds das Geld der Kunden zu welchem Anteil investiert würde und wie sich die Kosten genau berechnen. Etwas unfair ist der Vergleich von Investmentfonds als Alternative Anlage mit dem Angebot. Aussagekräftiger wäre ein Vergleich von ETFs mit der Strategie von Ginmon, auch wenn dies aus Werbegründen deutlich weniger vorteilhaft wäre. Immerhin nutzt der Broker selbst ETFs.

Wenn der Kunde sich für ein Investment entscheidet, muss er sich registrieren. Dies ist in wenigen Schritten erledigt. Um das Verfahren abzuschließen, muss allerdings noch die Legitimierung per PostIdent-Verfahren durchgeführt werden.

Ginmon eröffnet dann im Auftrag des Kunden ein Depot bei einer Partnerbank. Dort werden auch sämtliche Orders der Kunden abgewickelt. Die dort erhobenen Gebühren sind in der Servicegebühr von Ginmon enthalten. Der Kunde erteilt der Partnerbank die Erlaubnis, die vereinbarte Anlagesumme per Lastschrift einzuziehen und der Robo Advisor kauft von diesem Geld dann die Wertpapiere für den Kunden.

Wie sicher ist die Geldanlage bei Ginmon?

Bei Ginmon handelt es sich um ein vertrauenswürdiges Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Der Finanzdienstleister hat zudem zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf das angelegte Vermögen. Es kauft und verkauft lediglich im Namen des Kunden ETFs über die DAB-Bank. Es könnte sich das dort vorhandene Kapital allerdings zu keinem Zeitpunkt überweisen lassen. Dafür sorgt das Referenzkonto, das als einziges von der DAB-Bank als Zahlungsempfänger genutzt werden darf.

Da die DAB Bank natürlich Mitglied im Einlagensicherungsfonds ist, müssen sich Anleger keine Sorgen darüber machen, was mit ihrem Geld geschehen würde, wenn die Bank oder Ginmon Insolvenz anmelden müssten. Dies gilt für Kundeneinlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Allerdings sind die ETF-Anteile ohnehin als Sondervermögen vor Fremdzugriff geschützt.

Auch unabhängig davon legt der Robo-Advisor viel Wert auf die Sicherheit seiner Kunden und deren Vermögen. So  beachtet das Unternehmen grundsätzlich die gesetzlichen Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes und überträgt sämtliche Daten mit Hilfe von 256bit SSL-Verschlüsselung. Die Server des Unternehmens stehen zudem in Deutschland.

Fazit: Ginmon für Kleinanleger empfehlenswert

Ginmon unterbreitet seinen Kunden grundsätzlich ein attraktives Angebot mit Gebühren, die in einem für FinTechs üblichen Bereich liegen. Das Investment ist zudem aufgrund der Transparenz auch für Einsteiger leicht nachvollziehbar und die Kosten sind zu jedem Zeitpunkt überschaubar. Die Einstiegshürden bewegen sich ebenfalls in einem üblichen Bereich, sodass Ginmon in vielen Bereichen mit der Konkurrenz mithalten kann.

Jetzt zum Angebot von Ginmon

Top 5 Aktien Depots

Sie riskieren Ihr Kapital