Ausländische Aktien

Darum kommen Anleger nicht am amerikanischen Markt vorbei

Der amerikanische Aktienmarkt ist der wichtigste der Welt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die USA noch immer eine weltweit führende Wirtschaftsmacht sind. Unzählige Innovationen stammen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Beste Beispiele aus den letzten Jahren sind Google, Facebook und Co. Unternehmen, die teilweise vor zehn Jahre noch kleine Start-ups waren, zählen heute zu den Global Playern. Wie Anleger von den Amerikanischen Aktien profitieren können, warum sich Investitionen überhaupt lohnen und wie letztlich Kapital angelegt werden kann, zeigt der folgende Ratgeber.

Die Statistik lügt nicht

Die USA verfügt über einige große Aktienindizes. Der MSCI USA fasst die Kursentwicklung der großen Indizes zusammen und spiegelt die Gesamtentwicklung des US-Markts gut wider. Zwischen 2010 und 2015 hat der MSCI USA um insgesamt 14,3 % zugelegt – pro Jahr und in Dollar gerechnet. Wer als deutscher Anleger im Jahr 2010 in Amerikanische Aktien investiert hat, für den lief es sogar noch besser. Ein Plus von 19,7 % konnte dank des starken Euro verzeichnet werden. Im Vergleich dazu wirkt die – auch äußerst postive – Entwicklung des DAX eher mau: Lediglich 11 % konnte der deutsche Leitindex im selben Zeitraum pro Jahr hinzugewinnen. Der komplette europäische Aktienmarkt kommt sogar „nur“ auf 10,4 % Wertsteigerung pro Jahr.

Was sind die Gründe für die starken US-Kurse? Zum einen lag das an der schnellen Erholung der US-Wirtschaft nach der Finanzkrise 2008. Beispielsweise wuchs das BIP der USA im Jahr 2014 um 2,4 %, in Europa waren es lediglich 1,3 %. Bedingt ist das auch durch die traditionell liberale Wirtschaftspolitik und lockere Geldpolitik der USA. Die Notenbank FED hat sich sogar explizit zum Ziel gesetzt, für ein stabiles Wirtschaftswachstum und eine hohe Beschäftigungsrate zu sorgen. Die EZB hat – auch wenn die Geldpolitik seit 2011 äußerst locker ist – zum Hauptziel, die Inflation zwischen 0 und 2 % zu halten.

amerikanische Aktien

Bei der Consorsbank investiert man in amerikanische Aktien, Quelle Consorsbank

Der zweite Grund für die starken Kursanstiege der US-Märkte wird bei genauerer Betrachtung des Nasdaq 100 ersichtlich. Der Technologieindex stieg zwischen 2010 und 2015 im Jahresdurchschnitt um ganze 23,9 %. Das verdeutlicht die Innovationsstärkte der US-Unternehmen. Allein die Biotech-Branche konnte beispielsweise um 38,5 % zulegen. Zu den Gewinnern zählten in der Branche bekannte Firmen wie Amgen, Biogene, Celgene oder Gilead Sciences.

Wie stehen die Zukunftschancen?

Nur auf Grundlage der Vergangenheit kann natürlich nicht beurteilt werden, ob sich die US-Märkte auch in den kommenden fünf Jahren positiv entwickeln werden. Es existieren sowohl Gründe, die dafür sprechend, als auch gegenläufige Meinungen.

Pro Contra
Viele Analysten sehen die Zukunftsaussichten für die Biotech-Unternehmen weiterhin positiv. Die Pipeline an neuen Produkten sei äußerst gut gefüllt. Die Preise für die Medikamente sind hoch. Zudem zählen die US-Unternehmen in der Branche zu den Weltmarktführern. Wirklich starke Konkurrenz ist nur begrenzt vorhanden. Die angesprochenen Biotech-Unternehmen haben sich ihre Forschungserfolge in der Vergangenheit teuer bezahlen lassen. Am bekanntesten dürfte wohl der Fall der „1000-Dollar-Pille“ sein. Das Medikament gegen Hepatitis C ist hochwirksam aber ebenso teuer. Die Branche bekommt daher mittlerweile Gegenwind aus der Politik. Preisbegrenzungen könnten etwa für einen Stopp des Booms sorgen.
Der zweite Erfolgsmotor der Kurssteigerungen sind Internet- und Technologiekonzerne, allen voran Apple, Google, Amazon und Facebook. Alle Konzerne bringen am laufenden Band neue, innovative und absatzstarke Produkte auf den Markt. Google könnte in Zukunft etwa eigene, intelligente Autos produzieren oder zumindest die Technik hierfür liefern. Apples neuste Smartphones brechen regelmäßig Verkaufsrekorde und werden das wohl auch in Zukunft weiter tun. Amazon zählt rund um den Globus zu den Marktführern im online-Versandhandel und besitzt in vielen Sparten Monopolbereiche. Selbiges gilt für Facebook, das weltweit größte und bedeutsamste Soziale Netzwerk. Alle Konzerne erwirtschaften hohe Gewinne und wachsen weiter. Skeptiker befürchten, dass der Einstiegszeitpunkt für die angesprochenen Aktien schon zu spät ist. So stieg der Kurs der Apple-Aktie zwischen 2010 und 2015 etwa um 274 %, bei Facebook waren es gar 377 %. Zahlen, die an die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende erinnern. Allerdings sei an dieser drauf hingewiesen, dass Analysten nicht von einer Blase ausgehen.
Selbst wenn es zu kurzfristigen Krisen kommen sollte, erholt sich die US-Wirtschaft meist schneller als der europäische Markt.

 

Entscheidungen der FED beachten

Wer sich grundsätzlich dafür interessiert, in den amerikanischen Markt zu investieren, muss einige wichtige Aspekte beachten. Dazu gehört es vor allem, Zinsentscheidungen der Zentralbank FED zu berücksichtigen. Zinserhöhungen sorgen tendenziell dafür, dass das Wirtschaftswachstum in den USA und damit auch die Aktienkurse zurückgehen. Gleichzeitig gewinnt der Dollar an Stärke, was europäische Investitionen teurer macht.

Zinssenkungen bewirken hingegen das genaue Gegenteil. Die Wirtschaft erhält einen Zugang zu günstigen Krediten und wird angekurbelt. Gleichzeitig profitieren auch die US-Märkte, wohingegen der Dollar an Stärke verliert.

So können Anleger in US-Titel investieren

Grundsätzlich benötigen Anleger einen Broker, der ihnen Zugang zu den amerikanischen Märkten verschafft, um in US-Titel zu investieren. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Bedeutung dieses Markts bieten aber fast alle bekannten Broker entsprechende Möglichkeiten. Das Kapital kann dabei nicht nur in Aktien angelegt werden. Insgesamt erscheinen vier Finanzprodukte als sinnvoll, um in die US-Märkte zu investieren.

  • Anleihen
    Fast jedes große amerikanische Unternehmen emittiert Anleihen. Besonders vorteilhaft ist dabei, dass die Volumina sehr hoch sind. So können Anleger Anleihen auch nach deren Emissionszeitpunkt an Sekundärmärkten – also der Börse – erwerben. Gleichzeitig können Anleihen veräußert werden, wenn dringend Kapital benötigt wird. Die Rendite des Anlageobjekts richtet sich nach der Bonität des jeweiligen Unternehmens.
  • Fonds
    Fast jeder Investmentfonds investiert in die Amerikanische Aktien. Es existieren auch solche Fonds, die ausschließlich auf dem amerikanischen Markt agieren. Allerdings haben Fonds grundsätzlich den Nachteil, dass sie mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden sind. Das schmälert die Rendite.
  • ETFs
    ETFs bieten eine äußerst attraktive Möglichkeit, um von steigenden Aktienkursen in den USA zu profitieren. Die passiv gemanagten Indexfonds sind äußerst kostengünstig, der Großteil der erzielten Rendite verbleibt also beim Anleger. Zudem ermöglichen ETFs eine sehr breite Streuung des Kapitals. Sie bilden beispielsweise die Wertentwicklung des Dow Jones oder des Nasdaq 100 ab. Einige ETFs spiegeln sogar die Kursentwicklung des kompletten US-Börsenmarkts wider.
  • Aktien
    Klassischerweise kann auch in Aktien der großen US-Unternehmen investiert werden. Wertpapiere der großen Konzerne sind äußerst liquide und stets verfügbar. Einzelinvestitionen sind jedoch mit einem deutlich höheren Risiko verbunden, als der Kauf von ETFs. Damit eignen sich Einzelaktien prinzipiell nur für solche Anleger die über verhältnismäßig viel Kapital verfügen und dieses auf verschiedene Einzeltitel streuen können.

Der Dow Jones im Portrait

  • Seit 1884 berechnet, damit ältester noch bestehender Aktienindex der USA
  • Symbol: DJIA
  • Höchststand: 18.351,36 (Mai 2015)
  • Berechnung: Ohne Dividenden, Bezugsrechte und Sonderzahlungen

Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) gilt als seiner der wichtigsten Aktienindizes der USA und weltweit. Er setzt sich aus den 30 größten US-Unternehmen zusammen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Große Unternehmen wie Google sind noch immer nicht im Dow Jones zu finden. Das liegt vor allem daran, dass die Auswahl der Unternehmen nicht ausschließlich anhand quantitativeer Kriterien wie etwa dem Umsatz oder dem Grad der Marktkapitalisierung erfolgt. Vielmehr finden sich auch traditionsreiche Unternehmen im Index wieder.

Die im Dow Jones vertretenen Branchen sind relativ heterogen. Die Sektoren „Banken“ und „Informationsdienstleistungen“ sind mit je drei Unternehmen am häufigsten vertreten. Die höchste Gewichtung im Index hat aktuell die Investmentbank Goldman Sachs.

Der Nasdaq 100 im Portrait

  • Seit 1985 berechnet
  • Symbol: NDX
  • Höchststand: 4.816,35 (März 2000)
  • Berechnung: Ohne Dividenden, Bezugsrechte und Sonderzahlungen

Der Nasdaq 100 ist auch als eine Art Technologieindex bekannt. Er umfasst insgesamt 100 Unternehmen, berücksichtigt dabei aber keine Banken oder bankenähnliche Konzerne. Die Zusammensetzung erfolgt streng nach dem Grad der Marktkapitalisierung. Im Index finden sich vor allem innovative Unternehmen aus der Inforamtionstechnologie wieder. Zu den größten gelisteten Konzernen zählen Google, Apple und Amazon.

Insgesamt elf Unternehmen lassen sich der Branche „Halbleiter“ zuordnen. Ansonsten sind vor allem Softwarehersteller- und Entwickler im Nasdaq 100 zu finden. Auch die bereits angesprochenen Biotech-Konzerne sind in diesem Index gelistet.

Der S&P 500 im Portrait

  • Berechnung: Ohne Dividenden
  • Seit 1923 berechnet
  • Symbol: S500
  • Höchststand: 1.883,97 (März 2014)

Der Standard & Poor’s 500 (S&P 500) zählt zu den wichtigsten Aktienindizes weltweit. Er umfasst insgesamt 500 US-Unternehmen. Die Zusammensetzung ergibt sich dabei auf Grundlage der Marktkapitalisierung. Der Index bildet branchentechnisch einen Querschnitt der US-Wirtschaft ab. So finden sich sowohl Vertreter aus der Rohstoffproduktion, als auch Technologiekonzerne und Banken im Index wider. Das derzeit am stärksten gewichtete Unternehmen ist Apple, gefolgt von Microsoft und ExxonMobil (Öl und Gas).

Fazit: US-Märkte für hohe Renditen und starke Diversifikation

Zwischen 2010 und 2015 stiegen die Kurse an den US-Börsen so stark, wie nur selten zuvor. Dow Jones, Nasdaq 100 und Co. übertrumpften sogar die Kursrally des DAX. Auch für die Zukunft stehen die Chancen weiterhin gut. Besonders die im Nasdaq 100 vertretenen Branchen werden voraussichtlich weiter wachsen. Wer sich dazu entschließt, in die Amerikanische Aktien zu investieren, sollte vor allem ETFs nutzen. Die Indexfonds sind kostengünstig und ermöglichen eine breite Streuung des Kapitals.

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