Beste Aktien 2019 – Diese Titel sollten Sie im Auge behalten

Wir haben uns auf die Suche nach den besten Aktien 2019 gemacht und drei deutsche und drei internationale Titel ausgewählt. Außerdem erklären wir, worauf Anleger bei der Wahl der richtigen Aktien achten sollten und welche Alternativen sie zu den vorgestellten sechs Titeln haben.

Beste Aktien 2019 in Kürze:

  • Wir haben Aktien für einen mittleren Zeithorizont gewählt
  • Ausländische Aktien gehören mit ins Depot
  • Auf die Risikostreuung achten
  • ETFs und Robo Advisors als Alternative

Das zweite Halbjahr: Ausblick auf Q3 und Q4 2019

Das Jahr 2019 ist mit einer Hypothek gestartet. Denn im Jahr 2018 war der Kurs der meisten Indizes, auch des DAX, deutlich zurückgegangen. Damit das Jahr ein echter Erfolg wird, muss es diesen Rückschlag wieder aufholen. Tatsächlich stieg der Deutsche Aktienindex zunächst an, konnte aber bis Mitte des Jahres den Höchststand von Ende 2017 nicht wieder erreichen. Bedeutet das für die zweite Jahreshälfte eine Belastung oder eine Chance?

Betrachtet man ausschließlich die Kursentwicklung, lässt also den Anstieg des DAX aufgrund von Dividendenzahlungen außen vor, dann lagen die Kurse Mitte 2019 sogar niedriger als 2015. Einerseits bedeutet der Kursrückgang seit 2017 Luft nach oben. Andererseits kann er aber auch einen längeren Trend einleiten. Denn nicht nur an der Börse, auch in der Politik und bei den Unternehmen häufen sich die Anzeichen für höhere Risiken. Unternehmen investieren weniger und bauen mitunter Personal ab. Und die Verbraucher geben nach einer Mitte 2019 veröffentlichten Untersuchung des Marktforschers gfk nur verhalten ihr Geld aus.

Für die zweite Jahreshälfte ist deshalb beides denkbar: Eine erneute Erholung mit einem deutlichen Kursgewinn oder ein länger dauernder Abschwung, der sich auch im Jahr 2020 fortsetzen könnte. Umso wichtiger ist die überlegte Auswahl der Aktien und ETFs. Dabei ist auch die Mischung wichtig. Weil der weitere Verlauf unklar ist, sollten defensive und offensive Titel im Portfolio vertreten sein. Das haben wir auch bei unserer Auswahl berücksichtig.

Die besten Aktien aus Deutschland und der Welt

Ein gutes Aktienportfolio sollte weltweit gestreut sein und aus unterschiedlichen Papieren bestehen. Wer sein ganzes Vermögen in den 1990ern in scheinbar sichere Aktien wie die der Deutschen Bank oder des Energieversorgers RWE steckt, hatte seitdem wenig Freude. Wer dagegen in einen ETF auf einen Index wie den DAX, den Dow Jones oder auch den MSCI All Countries World Index investierte, hat ein gutes Geschäft gemacht.

Allerdings sollten die Aktien auch aus verschiedenen Branchen und Regionen stammen. Wer neben RWE-Aktien auch solche von E.on im Depot hatte, dem war damit wenig gedient. Und weil Deutschland stark von der Automobilindustrie abhängt, gehören in unseren Augen auf jeden Fall auch ausländische Papiere ins Depot. Weil wir aber wissen, dass viele Anleger heimische Aktien bevorzugen, haben wir drei deutsche und drei ausländische Titel gewählt – obwohl wir einen Anteil ausländischer Aktien von mehr als 50 Prozent empfehlen würden.

3 besten Aktien Deutschland 2019

Diese drei deutschen Aktien haben Potenzial. Entweder, weil sie einen intakten Aufwärtstrend vorweisen können oder weil ihre fundamentalen Daten vielversprechend sind.

MBB SE – WKN: A0ETBQ; ISIN: DE000A0ETBQ4

  • Beteiligungsunternehmen für Technologie-fokussierte Industrieunternehmen
  • Überwiegend im Besitz der Gründer
  • 1.000 Prozent Plus seit 2009
  • Zuletzt verhaltene Entwicklung

1.000 Prozent hat die Aktie von MBB in den vergangenen zehn Jahren zugelegt, das entspricht 25 Prozent pro Jahr. Allein das Plus in den vergangenen drei Jahren beträgt 75 Prozent. Von Oktober 2017 bis Mitte 2019 hat sich der Kurs aber enttäuschend entwickelt. Das liegt auch daran, dass MBB viel investiert hat und im Juli 2019 beispielsweise Friedrich Vorwerk übernommen, einen Spezialisten für den Bau von Stromtrassen und Pipelines.

 2016201720182019 (e)
Umsatz in Millionen Euro332403507(558)
Gewinn je Aktie in Euro2,160,712,34(2,17)
Dividende je Aktie in Euro0,591,221,32(1,24)

Mit der vor allem als Luftfahrtunternehmen bekannten Firma Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB GmbH) hat die heutige MBB SE nur wenig gemein. Es handelt sich vielmehr um eine Beteiligungsgesellschaft für mittelständische Industrieunternehmen. Durch die Übernahme der MBB Gelma Industrieelektronik GmbH von der damaligen Daimler-Benz Aerospace AG (DASA) kam die Firma in den Besitz der Namensrechte. Die DASA wiederum hatte die “alte” MBB 1989 übernommen und die nicht zur Luft- und Raumfahrt gehörenden Beteiligungen überwiegend verkauft.

Durch die Fokussierung auf technologiegetriebene Industrieunternehmen verfolgt MBB ein zwar riskantes, aber auch zukunftsfähiges Geschäftskonzept. Für die Firma spricht auch, dass die Gründer nach wie vor stark in der Firma investiert sind und die Unternehmensleitung somit ein starkes Interesse am unternehmerischen Erfolg hat.

Fazit: Mit MBB investieren Aktionäre in verschiedene Technologien-Firmen gleichzeitig. Bisher hatte das MBB-Management bei der Firmenauswahl einen guten Riecher.

Adidas AG – WKN: A1EWWW; ISIN: DE000A1EWWW

  • Bekleidungsunternehmen mit Schwerpunkt Sport
  • Starke Kursentwicklung in der Vergangenheit
  • Technologisch gut aufgestellt.

Adidas ist weltweit bekannt als Ausstatter zahlreicher Sportmannschaften. Doch Bekanntheit muss nicht zwangsläufig auch finanziellen Erfolg bedeuten. Doch bei Adidas ist das anders. Mehr als 875 Prozent hat die Aktie von Mitte 2009 bis Mitte 2019 zugelegt. Und im Gegensatz zur MBB SE war die Aktie auch auf Jahresfrist und Monatsfrist im Plus. Allein von Mitte 2018 bis Mitte 2019 betrug das Plus rund 50 Prozent.

Kein Wunder, denn die Firma aus dem Nürnberger Umland näht nicht einfach nur Hosen und produziert Schuhe. Adidas ist längst ein Hochtechnologieunternehmen. Das zeigt die neue Schuhfabrik des Konzerns im mittelfränkischen Ansbach. Das erste Mal seit Jahrzehnten hat die Firma damit wieder ein Werk in Deutschland eröffnet. Allerdings eines fast ohne Personal. Wenige hundert Menschen produzieren dort genauso viele Schuhe wie mehrere Tausend in Südostasien, den Rest erledigen Roboter.

Was sich für Entwicklungspolitiker wie eine Horrornachricht anhört, bedeutet für Adidas einen Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten, auch wenn bisher die meisten Schuhe noch von Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern genäht werden. Denn die Produktion in der Nähe der Märkte erlaubt eine schnellere Antwort auf Trends und auch Nachfragen über die Produktionsbedingungen in den Entwicklungsländern bleiben dann aus. Der Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen wiederum ist kaum eine Gefahr für das Image, denn die Schuhe werden von Subunternehmen genäht, Adidas müsste also nicht selbst Menschen entlassen.

 2016201720182019 (e)
Umsatz in Millionen Euro12.29121.218 21.915(23.496)
Gewinn je Aktie in Euro5,085,388,42(9,85)
Dividende je Aktie in Euro2,002,603,35(3,88)

Problematisch ist allerdings das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis. Es lag Mitte 2019 bei rund 20, ein Wert den man sonst vor allem von IT-Firmen kennt. Adidas muss seinen Gewinnanstieg also fortsetzen. Gelingt das nicht, drohen Verluste.

Fazit: Adidas ist ein dynamisches Unternehmen, das stark in die Fabrik der Zukunft investiert.

Deutsche Telekom – WKN: 555750; ISIN: DE0005557508

  • Dividendenstarker Wert
  • Stark von Regulierern abhängig
  • Weniger konjunkturabhängig

Eine Empfehlung für die Deutsche Telekom mag viele Leser überraschen. Tatsächlich ist der Wert den meisten Anlegern vor allem als Geldvernichter in Erinnerung. Bei mehr als 86,- Euro stand die Aktie im Frühjahr 2000, Mitte 2019 waren es noch knapp über 15,- Euro. Allerdings gilt hier, dass der Wert sein Tal längst durchschritten hat. Das war vor etwas mehr als zehn Jahren, als die Aktie noch nicht einmal mehr 9,-  Euro kostete.

Für den Wert spricht vor allem die Dividendenrendite von mehr als 5,0 Prozent und die defensive Ausrichtung. Zuletzt hat das Unternehmen die Auszahlung Jahr für Jahr erhöht. Allerdings wurde teilweise mehr Geld ausgeschüttet als Gewinne erwirtschaftet wurden. Außerdem ist der Wert weniger konjunkturabhängig als die meisten Industrieunternehmen. Sollte die Konjunktur sich tatsächlich eintrüben und der Handelsstreit mit den USA eskalieren, sollte die Firma das besser wegstecken als die meisten anderen Werte aus dem DAX.

Die Telekom-Unternehmen leiden aktuell unter der strengen Regulierung. Anders als die großen Plattformbetreiber wie Alphabet (siehe unten) oder Amazon können sie ihre Marktmacht nicht voll ausspielen. Nur drei Netzbetreiber gibt es aktuell noch in Deutschland. Theoretisch sollte dieses Oligopol, verbunden mit hohen Zutrittshürden zum Markt, attraktive Gewinne bedeuten. In Mexiko, wo die Behörden weniger streng hinsehen, konnte Carlos Slim Helú vor allem dank seiner Mobilfunkaktivitäten zeitweise zum reichsten Mann der Welt werden. Doch in Deutschland verhindern die Behörden durch zahlreiche Auflagen hohe Preise für Mobilfunknutzer.

 2016201720182019 (e)
Umsatz in Millionen Euro73.09574.94775.656(79.628)
Gewinn je Aktie in Euro0,580,740,46(0,86)
Dividende je Aktie in Euro0,600,650,70(0,75)

Wenn die Konjunktur an Schwung verliert, ist das aber auch eine Versicherung. Denn vermutlich würden die Regulierer nicht zulassen, dass die Unternehmen aufgrund der Vorgaben Verluste machen und die Vorgaben lockern. Deshalb ist die Deutsche Telekom vor allem eine Aktie für Bären, also für pessimistisch gestimmte Anleger.

Fazit: Der hochregulierte Telekommunikationsmarkt verspricht zwar keine hohen, dafür aber stabile Einnahmen und eine hohe Dividendenrendite. 

Die 3 besten Aktien weltweit 2019

Die drei vorgestellten deutschen Aktien kommen aus unterschiedlichen Branchen. Trotzdem würde eine Wirtschaftskrise in Deutschland alle drei treffen. Zwar hat sich insbesondere Adidas international aufgestellte, die Bedeutung des deutschen Marktes ist aber immer noch überproportional groß. Deshalb gehören auch internationale Aktien ins Depot, darunter idealerweise auch solche aus Ländern jenseits von Europa und den USA.

Alphabet (Google) – WKN: A14Y6F; ISIN: US02079K3059

  • Monopolartige Stellung bei mobilen Betriebssystemen und Suchmaschinen
  • Bisher kaum reguliert
  • Hohe Bewertung
  • Aber: Regulierung könnte verschärft werden
  • Keine Dividende

Die Google-Mutter Alphabet hat in den vergangenen zehn Jahren zwar “nur” 600 Prozent zugelegt und nicht mehr als 1.000 wie die MBB SE. Dafür war die Firma, genauso wie Adidas, Mitte 2019 sowohl im Zeitraum von einem, drei, zwölf, 36 und 60 Monaten im Plus. Die Frage bei Alphabet ist weniger, ob die Firma auch in Zukunft hohe Gewinne machen wird, sondern eher, ob die Gewinne schnell genug steigen, um die bereits jetzt hohe Bewertung zu rechtfertigen.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 ist die Aktie noch teurer als die von Adidas. Angesichts der monopolartigen Stellung bei Suchmaschinen (Google) und mobilen Betriebssystemen (Android) erscheint der Unterschied zum fränkischen Sportartikelhersteller aber fast klein. Das Ende des Wachstums ist noch längst nicht erreicht, zumal Alphabet mit seinen hohen Gewinnen in neue Sektoren vordringt.

 2016201720182019 (e)
Umsatz in Millionen USD90.272110.855136.819(161.541)
Gewinn je Aktie in USD27,918,043,7(48,8)
Dividende je Aktie in USD---(-)

Allerdings hat die Expansion zur Folge, dass trotz hoher Gewinne keine Dividende gezahlt wird. Und ganz ohne Risiko ist auch diese Investition nicht. Vermutlich wird auf absehbare Zeit keine neue Suchmaschine Google verdrängen und auch alle Versuche Android Konkurrenz zu machen sind gescheitert. Selbst Giganten wie Microsoft und Amazon scheiterten mit ihrem mobilen Betriebssystem weitgehend, ebenso das alternative Firefox OS der Mozilla Foundation. Nur das bereits vorher bestehende iOS von Apple ist noch eine Alternative.

Wie erwähnt reicht aber schon ein langsameres Wachstum, um den Kurs stagnieren oder fallen zu lassen. Da wäre als Risikofaktor einmal das eigene Management. Schon oft sind Firmenleiter nach langen Wachstumsphasen größenwahnsinnig geworden und haben viel Geld in zu ambitionierte Projekte gesteckt.

Und dann sind da noch die Kartellbehörden. Der Vergleich mit der Deutschen Telekom oder auch Energieunternehmen zeigt, wie wenig die Plattformbetreiber bisher staatlich reguliert sind. Auch wenn die Beamten sich damit wegen der internationalen Aufstellung schwertun dürften, schon eine Politik kleiner Nadelstiche kann Gewinne kosten. Und angesichts der hohen Bewertung kann schon ein langsameres Gewinnwachstum zu Kursverlusten führen. Somit geht die größte Gefahr für den Aktienkurs von den Regulierungsbehörden und vom Management aus.

Fazit: Alphabet ist durch Google, Youtube und Android auf mehreren Gebieten faktisch Monopolist, wird im Gegensatz zu anderen Monopolisten wie Telekom- oder Energieunternehmen kaum reguliert. 

Sino Biopharm: ISIN: KYG8167W1380, WKN: A0CBDJ

  • Unternehmen aus der Volksrepublik China
  • Pharmaunternehmen
  • Hoher Kursgewinn seit 2009
  • Kurs Mitte 2019 noch unter Höchstkurs von 2018

Angesichts der wachsenden Chinas gehört auch eine chinesische Aktie in diese Übersicht. Wer das Plus von mehr als 1.000 Prozent über zehn Jahre bei MBB hoch findet, der sollte einen Blick auf Sino Biopharm werfen. Die Aktie der Pharmafirma aus der Volksrepublik China legte von Mitte 2009 bis Mitte 2019 um mehr als 2.700 Prozent zu. Im zweiten Halbjahr 2018 sank der Kurs zunächst deutlich, wer das zum Einstieg nutzte, hatte Mitte 2019 ein gutes Geschäft gemacht. Im ersten Halbjahr hatte sich der Kurs nahezu verdoppelt.

Für einen weiteren Kursanstieg spricht auch die hohe Innovationskraft des Unternehmens. Zwar ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis ähnlich hoch wie bei Alphabet, doch dank mehr als 1.400 Mitarbeitern in der Forschung kann die Firma auch höhere Gewinnmargen verlangen als viele Generika-Hersteller, die in hartem Wettbewerb stehen.

 2016201720182019 (e)
Umsatz in Milllionen HKD15.82518.36724.431(27.836)
Gewinn je Aktie in HKD0,170,240,86(0,28)
Dividende je Aktie in HKD0,040,050,08(0,07)

Fazit: Attraktiv ist die Aktie vor allem wegen der Forschungsstärke. Sino Biopharm wäre nicht das erste ostasiatische Unternehmen, dass aufgrund seiner erfolgreichen Forschung über einen langen Zeitraum hohe Gewinne erzielt. 

MercadoLibre – WKN: A0MYN; ISIN: US58733R1023

  • Lateinamerikanischer Versandhändler
  • Ursprung in Argentinien
  • Starker Anstieg
  • Kursplus könnte 2019 enden

MercadoLibre ist ein argentinischer Online-Händler der vor allem in Süd- und Mittelamerika aktiv ist. Deshalb wird das Unternehmen oft auch als lateinamerikanisches Amazon bezeichnet. Von Mitte 2018 bis Mitte 2019 hat sich der Kurs nahezu verdoppelt. Damit ist das Unternehmen in diesem Zeitraum noch viel stärker gewachsen als Amazon selbst. Allerdings deutet der Blick auf die Charts darauf hin, dass die Rallye langsam an Schwung verliert. Die Aktie ist deshalb in erster Linie für Anleger interessant, die auf die Frist von wenigen Monaten anlegen.

Mittelfristig bleibt abzuwarten, ob sich das Unternehmen behaupten kann, oder ob Amazon und Alibaba auch den lateinamerikanischen Markt übernehmen. Allerdings kann das auch auf dem Weg einer Übernahme geschehen. Gerade Alibaba könnte die internationale Expansion mit einer Übernahme von MercadoLibre forcieren.

 2016201720182019 (e)
Umsatz in Millionen USD8441.3981.440(2.000)
Gewinn je Aktie in USD3,090,31-0,82(...)
Dividende je Aktie in USD0,600,60-(...)

Fazit: Mercado Libre macht nicht nur hohe Umsätze, auch die Hoffnung auf eine Übernahme, zum Beispiel durch Alibaba, macht die Aktie attraktiv. 

Wichtig: Der Mix macht’s

Wichtig ist, dass Anleger bei der Wahl der richtigen Aktien die Titel nicht isoliert sehen, sondern auch im Zusammenhang. Wer schon Aktien einer Bank besitzt, sollte nicht noch eine zweite dazu nehmen. Und wer mit MarcadoLibre in den Einzelhandel investiert, sollte eine zweite Aktie lieber aus dem Bereich Industrie oder IT wählen.

Alternativen zu Einzelaktien

Weil die Investition in nur wenige Aktien sehr riskant ist und ein breit aufgestelltes Aktiendepot sich nur bei größeren Beträgen lohnt, stellen wir zwei Alternativen vor. Beide sorgen bei geringen Kosten für eine Verteilung des Kapitals auf verschiedene Länder und Regionen.

ETF: Zum Beispiel Xtrackers MSCI ACWI – ISIN: IE00BGHQ0G80, WKN: A1W8SB

Die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit in viele Aktien gleichzeitig zu investieren ist ein ETF. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Es handelt sich also um einen Aktienfonds, allerdings einen der an der Börse als Wertpapier gehandelt wird. Das spart die teuren Ausgabeaufschläge, die beim Kauf über eine klassische Bank anfallen und macht das Geld kurzfristig verfügbar.

Außerdem sind die meisten ETFs sogenannte Indexfonds. Sie bilden also einfach einen Aktienindex ab und sparen sich so das teure Fondsmanagement. Dadurch schneiden sie meist besser ab als klassische Fonds, denn nur die wenigsten schaffen es, die höheren Kosten durch geschickte Aktienauswahl auszugleichen.

Außerdem sind solche Fonds sehr transparent. Wer einen DAX-ETF kauft, weiß genau welche 30 Werte in welchem Verhältnis im Depot liegen. Allerdings ist es nicht ratsam, ganz auf deutsche Aktien zu setzen. Denn viele deutsche Firmen sind nach wie vor stark im Heimatland investiert, eine Krise dort würde sie stark treffen. Außerdem sind viele aus der Automobilindustrie, IT-Firmen gibt es unter den größten 100 deutschen AGs dagegen kaum.

Besser ist deshalb ein international investierender Fonds, beispielsweise auf den MSCI World. Anders als der Name suggeriert bildet der aber nicht weltweit die wichtigsten Aktiengesellschaften ab, sondern nur aus den Industrienationen. Besser ist deshalb ein ETF auf den MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI), der zu etwas mehr als zehn Prozent aus Firmen aus Schwellenländern besteht. Kostengünstig kann man in den MSCI ACWI beispielsweise mit dem ETF von Xtrackers investieren (WKN: A1W8SB).

Robo Advisor statt beste Aktien 2019

Auch im MSCI ACWI fallen US-Firmen allerdings mit rund 50 Prozent ins Gewicht. Wem das, insbesondere angesichts der aktuellen politischen Situation in den USA, zu viel ist, der kann noch gezielt Aktien aus anderen Regionen hinzufügen, beispielsweise aus der Türkei oder aus China. Auch mit Anleihen, einem Gold-ETF oder Immobilienaktien lässt sich das Risiko stärker verteilen.

Wem das zu viel Arbeit ist, der kann diese auch von einer automatisierten Vermögensverwaltung übernehmen lassen. Dort wählt ein Algorithmus nach festgelegten Kriterien ETFs aus, die besonders günstig und vielversprechend sind und eine möglichst breite Streuung einbringen. Je nach Risikoneigung kann der Kunde einen höheren oder niedrigeren Aktienanteil wählen. Das übrige Geld wird meist in Gold und vor allem Anleihen investiert.

VisualVest Mindesteinzahlung

VisualVest ist ein Angebot der Fondsgesellschaft Union Investment. Damit gehört der Robo Advisor zum Reich der genossenschaftlichen Banken.

Die Gebühren liegen im Regelfall bei maximal 1,0 Prozent und damit niedriger als bei klassischen Dachfonds. Moderate Konditionen und eine niedrige Mindesteinzahlung bietet beispielsweise VisualVest. Ein Depot lässt sich hier schon mit einer Einzahlung von einmalig 500,- Euro oder monatlich 25,- Euro eröffnen. Der Robo Advisor wird von Union Investment verwaltet, einem Unternehmen aus der Gruppe der Genossenschaftsbanken. Als Besonderheit bietet VisualVest auch ein sogenanntes GreenFolio mit Fonds aus dem Bereich Umweltschutz.

Wer gerne weiterhin selbst mit Aktien handeln will und den Robo Advisor nur benötigt, um damit die Basis-Geldanlage zu schaffen, der kann bei der comdirect Bank ein klassisches Depot mit automatisch verwalteten Cominvest Depot verbinden.

Fazit zu beste Aktien 2019

Beste Aktien 2019 oder bestes Portfolio 2019, was ist wichtiger? Natürlich das beste Portfolio. Niemand kann mit 100-Prozentiger Sicherheit die Zukunft am Aktienmarkt vorhersagen. Und der Markt sorgt ja gerade dafür, dass aktuelle Informationen sich möglichst schnell im Kurs widerspiegeln. Deshalb sind Firmen mit guten Zukunftsaussichten nicht immer die beste Investition, denn sie sind auch teuer. Eine solide, aber dafür günstige Aktie kann die bessere Wahl sein. Die ist aber gar nicht so einfach zu finden, wenn man nicht Warren Buffett heißt. Und selbst der Starinvestor aus Omaha irrt sich immer wieder. Ein breit aufgestelltes Portfolio ist deshalb wichtig.

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