Die 10 schlimmsten Fehler beim Aktienhandel

Die 10 schlimmsten Fehler beim Aktienhandel

Fibonacci-Zahlen und Retracements

Deutsche investieren ungern in Aktien. Grund dafür ist auch, dass Aktien für viele Privatanleger riskanter wirken, als sie eigentlich sind. Dies ist auch in der Tatsache begründet, dass sowohl die meisten Einsteiger als auch erfahrene Anleger fast immer die gleichen Fehler machen. Diese führen dann zu unnötigen Verlusten und die Geldanlage in Aktien wird trotz ihres Potentials gemieden.

  1. Uninformiert starten

Der Erfolg beim Aktienhandel steht und fällt mit dem Wissen des Privatanlegers. Viele Kleinanleger informieren sich jedoch nicht ausreichend, bevor sie Wertpapiere kaufen. Als Konsequenz gehen sie ein zu hohes Risiko ein, treffen auf unerwartete Kosten oder werden von einer Baisse überrascht. Einsteiger müssen keine dicken Wälzer über den Aktienhandel studieren, aber zumindest Grundwissen in folgenden Bereichen sollten vorhanden sein:

  • Risiken und Chancen des Aktienhandels
  • Aktienwahl
  • Risikomanagement
  • Anfallende Kosten
  • Andere Geldanlagemöglichkeiten
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Nutzen Sie das Wissen der Broker, Quelle:Consorsbank

  1. Risiko nicht streuen

Die meisten Privatanleger wissen nicht, wie sie ihr Risiko bei der Geldanlage in Aktien sinnvoll streuen können. Als Konsequenz befindet sich in den meisten Kleinanleger-Portfolios häufig nur eine sehr geringe Anzahl an Aktien, die häufig zudem aus den gleichen Branchen und natürlich aus Deutschland stammen. Natürlich könnte dies auch eine spekulative Anlagestrategie wiederspiegeln, Einsteiger wissen jedoch häufig nicht einmal, dass sie ein unnötig hohes Risiko eingehen.

Eine gute Diversifikation ist jedoch nicht all zu schwer zu erreichen. Der Korrelationseffizient hilft dabei, die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Aktien einschätzen zu können und so beruhigter zu schlafen.

  1. Kredit aufnehmen, um Aktien zu kaufen

Aktien zählen zu den riskanteren Anlageformen. Wenn geraten wird, dass von der Geldanlage 80 Prozent sicher angelegt werden sollen und 20 Prozent spekulativer, fällt ein Großteil der Aktien fraglos in die zweite Kategorie. Aktien schwanken sehr stark im Wert und in einem pessimistischen Szenario muss sogar der Totalverlust einkalkuliert werden. Wer also einen Kredit aufnimmt, um seine Aktienkäufe zu finanzieren, riskiert, dass er am Ende keine Aktien mehr besitzt, dafür aber noch einen Kredit abbezahlen muss.

Zudem wirken sich die Kreditkosten natürlich auch auf die Rendite aus, die mit den Aktien erreicht werden kann. Wer Kreditkosten von sieben Prozent zahl, muss diesen Zuwachs bei den gekauften Wertpapieren ebenfalls verzeichnen können, damit sich der Kredit überhaupt trägt.

Bei speziellen Aktienkrediten, die die Wertpapiere als Sicherheit nutzen, droht bei Kursverlusten sogar der Verkauf der Aktien durch den Geldgeber. In diesem Fall reicht das Geld aus den Verkäufen natürlich nicht aus, um den Kredit zurückzuzahlen und der Aktienanleger hat Schulden und keine Aktien mehr.

  1. Transaktionskosten zu hoch

Wenn die Transaktionskosten zu hoch sind, ist es deutlich schwieriger, Aktien rentabel zu handeln. Viele Kleinanleger beachten diesen Punkt nicht ausreichend und verspielen auf diese Art wichtige und große Renditechancen. Jedoch können Transaktionskosten bei kleinen Positionsgrößen bis zu 10 Prozent des Volumens ausmachen. Dementsprechend müssen Aktien auch eine um zehn Prozent höhere Rendite verbuchen, um überhaupt in die Gewinnzone für den entsprechenden Anleger zu rutschen. Deswegen ist es von unheimlicher Wichtigkeit, die Transaktionskosten möglichst gering zu halten.

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Dass die Transaktionskosten zu hoch sind, kann auf unterschiedliche Arten geschehen:

  • Die Positionsgrößen sind zu klein und somit das Verhältnis der Ordergebühren unangemessen hoch.
  • Der Online Broker ist zu teuer, weil Anleger aus Bequemlichkeit keinen Depotvergleich durchführen oder wechseln.
  • Der Anleger handelt zu häufig und verringerte so seine Rendite bei jedem Trade durch Transaktionskosten.
  1. Kein Stopp-Loss setzen

Ein Stopp-Loss ist im Prinzip wie das Sicherungsseil beim Klettern. Man benötigt es nicht unbedingt, wenn etwas unvorhergesehen schief läuft, kann es jedoch die letzte Rettung darstellen. Gerade Einsteiger vernachlässigen beim Aktienhandel ein gutes Risikomanagement.

Ein erfahrener Anleger wird niemals eine Order aufgeben, ohne direkt eine Stopp-Loss-Marke zu setzten und sich so vor zu hohen Verlusten zu schützen. Ein Stopp-Loss ist die einzige Möglichkeit, die Börse auch einfach mal Börse sein zu lassen und die Kurse nicht ständig beobachten zu müssen, um im Ernstfall eingreifen zu müssen.

Darüber hinaus schützt es davor, von der ursprünglich festgelegten Strategie abzuweichen. Wer sich aus emotionalen Gründen an eine Aktie gebunden hat und deswegen zögert die Aktie zu verkaufen oder plötzlich hofft, dass der Kurs doch wieder steigt und deswegen die Verkaufsmarke passieren lässt, muss in der Regel zu viel Verlust hinnehmen. Ein automatischer Verkaufsauftrag hilft dabei, diese Situation gar nicht erst entstehen zu lassen.

  1. Sich von Emotionen leiten lassen

Der Aktienhandel stellt die meisten Anleger vor psychische Herausforderungen. Wer dies nicht weiß und in den entsprechenden Momenten nicht gegensteuert, riskiert nicht nur eine bessere Rendite, sondern auch sein Kapital und Wohlbefinden. Die wichtigsten emotionalen Fallen sind:

  • Bindung an die Aktie: Anleger entwickeln häufig eine emotionale Bindung an ihre Wertpapiere. Sie mögen sie, weil sie konstant für Rendite sorgten, das Unternehmen gute Produkte herstellt oder sie große Hoffnungen in das Wertpapier setzen. Dies verhindert jedoch, dass Aktien zu einem guten Zeitpunkt verkauft werden.
  • Angst: Wer Angst davor hat, dass Kursgewinne nicht realisiert werden können, verkauft die Aktie, bevor sie ihren Höchststand erreicht hat.
  • Gier: Umgekehrt gibt es jedoch auch vereinzelt Anleger und Situationen, denen eher ihre Gier schadet. Sie erwarten zu hohe Kursgewinne und verlieren so ihr Einschätzungsvermögen.
  • Ungeduld: Viele Privatanleger können gute Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten nicht abwarten, weil sie ungeduldig werden. Auf diese Weise können sie die beste Gelegenheit nicht nutzen, obwohl sie zu Beginn der Situation gleiche Bedingungen abwarten konnten.
  • Hoffnung: Die meisten Anleger verkaufen Aktien mit sinkenden Kursen viel zu spät und mit viel größeren Verlusten, weil sie hoffen, dass sie sich wieder fängt.
  1. Keine Strategie verfolgen

Anleger sind fast immer, wenn Emotionen ins Spiel kommen, nicht mehr in der Lage, ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidungen rational zu treffen. Deswegen ist es sinnvoll, alle wichtigen Szenarien im Vorfeld durchzuspielen und sich rationale Lösungen zurechtzulegen.

Profis benutzen hierfür meist eine Strategie, die festlegt, wann sie in welche Aktie mit wie viel Kapital investieren oder aussteigen. Daraus ergeben sich die folgenden Vorteile:

  • Der menschliche Fehler wird verringert.
  • Die Strategie kann evaluiert und verbessert werden.
  • Der Anleger fühlt sich sicherer.
  • Die Rendite wird optimiert.
  1. Dividenden vernachlässigen oder nicht reinvestieren

Viele Privatanleger denken an der Börse sehr kurzfristig und kalkulieren deswegen Dividenden nicht mit ein, sondern achten nur auf mögliche Kursgewinne. Es handelt sich dabei vor allem um einen Anfängerfehler, der hauptsächlich bei sehr aktiven und risikoaffinen auftritt. Sie lassen sich dabei allerdings eine Rendite entgehen, die durchaus zwei Prozent des Aktienwertes jährlich betragen kann.

Ein weiterer Fehler ist es zudem, die Dividenden nicht wieder zu investieren. Starinvestoren wie Warren Buffett sind auch deswegen so erfolgreich geworden, weil sie Gewinne konsequent reinvestiert haben. Dies hat folgende Vorteile:

  • Der Anleger kann sein Kapital langsam erhöhen, ohne dass es ihm durch Einsatz zusätzlicher Geldmittel belasten würde.
  • Er kann vom Zinseszinseffekt Das reinvestierte Geld führt dazu, dass der Gewinn beim nächsten Mal noch etwas höher ist. Beim übernächsten Mal ist er dann noch höher und noch mehr Geld kann reinvestiert werden, usw.
  • Der Anleger kann verschiedene Einstiegszeitpunkte nutzen und so vermeiden, dass er jedes Mal besonders schlechte Einstiegspunkte erwischt. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Aktien primär wegen ihrer zuverlässigen Dividendenausschüttung gekauft worden sind, da diese sich über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau bewegen.
  1. Keine eigene Meinung bilden

Eines der Hauptprobleme für Privatanleger ist die Tatsache, dass sie zahlreichen Einflüssen und Meinungen ausgesetzt sind und sich in der Regel nicht kompetent genug fühlen, diesen zu widersprechen. Meinungen und Empfehlungen von Bekannten oder Freunden sind allerdings nur selten tatsächlich mit dem erforderlichen Hintergrundwissen untermauert. Und selbst Finanzexperten und Analysten haben häufig unrecht mit ihren Prognosen.

Deswegen ist es umso wichtiger, dass sich Privatanleger vor jeder Investition ihre eigene Meinung bilden. Sie müssen sich fragen, ob eine bestimmte Aktie tatsächlich das entsprechende Potential aufweist oder nicht sogar überbewertet ist und der gute Einstiegszeitpunkt längst vorbei ist. Hier zu empfiehlt sich mindestens eine Analyse der wichtigsten Geschäftszahlen und den Wachstumschancen des Unternehmens.

Zudem passt nicht jede Empfehlung in das eigene Portfolio. Anleger sollten deswegen auch „Geheimtipps“ auf Risiko und Diversifikation prüfen.

  1. Zu kurzfristigen Zeitraum betrachten

Die meisten Anleger denken in zu kurzfristigen Zeiträumen. Aktien unterliegen starken Wertschwankungen, die über Jahre anhalten können. Das gilt sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht.

Deswegen eignen sich Wertpapiere beispielsweise nicht, um einen bestimmten Betrag oder Anschaffungen zu besparen. Wer das Geld in einem mittelfristigen Zeitraum wieder benötigen wird, sollte deswegen andere Alternativen nutzen. Der Aktienhandel kann zwar auch kurzfristig beträchtliche Gewinne abwerfen, es ist jedoch von deutlichem Vorteil, das Kapital langfristig einsetzen zu können.

Gleiches gilt für den betrachteten Zeitraum bei der Analyse eines Unternehmens. Fast immer stützen Anleger ihre Kaufentscheidung lediglich auf die Kursentwicklung der letzten Monate. Es ist jedoch sinnvoll, einen deutlich längeren Zeitraum bis hin zu mehreren Jahren zu betrachten.

Fazit:

Die teuersten Fehler lassen sich an der Börse mit etwas Hintergrundwissen und Aufmerksamkeit für die eigenen Schwächen vermeiden. Erforderlich hierfür sind jedoch auch die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, das Bedürfnis, sich stetig weiterzubilden, Disziplin und Ehrlichkeit mit sich selbst. Wer die oben genannten 10 Fehler vermeidet, kann seinen Erfolg beim Aktienhandel jedoch deutlich steigern.

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