Kuetzal Erfahrungen und Test – Wie gut ist die neue P2P-Plattform?

Kuetzal ist ein P2P-Anbieter aus dem Baltikum, genauso wie Bondora oder Mintos. Im Gegensatz zu den beiden hat sich das Unternehmen aus Estland aber vor allem auf die Unternehmensfinanzierung spezialisiert. Das verspricht höhere Renditen als klassische P2P-Darlehen, birgt allerdings auch mehr Risiko. Daneben werden, ähnlich wie bei EstateGuru, auch Immobilien finanziert. Wie sind die Kuetzal Erfahrungen der Nutzer?

Kuetzal Erfahrungen im Überblick

  • Regulierter Anbieter aus Estland
  • Spezialisiert auf Unternehmensdarlehen
  • Ausfallbürgschaft von Kuetzal
  • Direkte Darlehen an Unternehmen

Renditemax 21,0 %
RückkaufgarantieJa
Mindestanlage10 EUR
ZweitmarktNein
Investorenk.A.
Gründung2018
HerkunftEstland

Die wichtigsten Daten

Unternehmen Kuetzal OÜ
Adresse Mustamäe tee 149a-24, Tallinn, Harjumaa, 12918
Telefon +372 59822771
eMail info@kuetzal.com
Branche Kreditmarktplatz
Aufsichtsbehörden Finantsinspektsioon
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Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Kuetzal

Wie funktioniert Kuetzal?

Anders als beispielsweise bei Mintos investieren Anleger bei Kuetzal direkt in ein Projekt und refinanzieren nicht nur ein von einem Dienstleister vergebenen Kredit. Wie bei fast allen Portalen, egal ob auxmoney oder Finbee, sucht sich der Geldgeber ein Projekt aus und legt fest, wie viel Geld er dort investieren will.

Das Bild zeigt eine Übersicht möglicher Investitionsprojekte bei Kuetzal.

Bei Kuetzal investieren Geldgeber vor allem in Industrieprojekte.

Außer der Projektbeschreibung erhält der potentielle Investor Informationen zum Antragsteller und natürlich zur Höhe des Zinses. Allerdings ist die Auswahl bisher (Stand: 3. Quartal 2019) noch übersichtlich. Bei unserem Test wurden nur fünf offene Projekte angezeigt, zusätzlich ein geplantes und zwanzig bereits vollständig finanzierte.

Kommt ein Projekt zustande, fließt das Geld als Darlehen an den Antragsteller. Damit das möglichst oft der Fall ist, investiert Kuetzal mit dem Dienst Kuetzal Care unter Umständen auch eigenes Geld. Der Gläubiger erhält nun einen monatlichen Zins und natürlich auch irgendwann sein Kapital zurück – wenn alles gut geht.

Kann ich auch als Eigenkapitalgeber investieren?

Anteile an den Unternehmen erhalten Investoren nicht. Auch wenn immer wieder von „Schwarmfinanzierung“ die Rede ist und man dabei vor allem an Direktinvestitionen denkt, handelt es sich bei Kuetzal um eine reine P2P-Plattform. Man wird also kein Anteilseigner, vielmehr ist der Statuts des Geldgebers eher mit dem eines Anleihenbesitzers vergleichbar.

Welche Rendite kann ich erwarten?

Die Rendite ist, wie bei allen vergleichbaren Portalen, vom jeweiligen Projekt abhängig. Allerdings fällt auf, dass die versprochenen Zinsen oft relativ hoch sind, teilweise liegen sie über 20 Prozent. Das ist grundsätzlich aber kein Wunder, denn Unternehmenskredite sind oft sehr riskant, vor allem wenn sie an junge und kleine Firmen vergeben werden. Viele Start-ups und Projekte scheitern und die Geldgeber verlieren so ihre Einlagen.

Gibt es eine Rückkaufgarantie?

Bei Mintos und Co. versprechen die eigentlichen Kreditgeber einen Rückkauf der Forderungen, falls sie vom Gläubiger nicht bestritten werden können. Da bei Kuetzal Anleger direkt in die jeweiligen Unternehmen investieren, fällt diese Möglichkeit weg.

Überraschenderweise bietet Kuetzal trotzdem eine Kapitalgarantie. Denn das Unternehmen verpflichtet sich selbst, die jeweiligen Forderungen zu kaufen. Finanziert werden soll das aus Sicherheiten, beispielsweise Immobilien. Allerdings wird diese Rückkaufgarantie nur bei ausgewählten Projekten angeboten. Investoren erkennen das an dem Hinweis „Buy Back“ auf der Projektseite.

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Wie sicher ist die Geldanlage bei Kuetzal?

Die Frage nach der Sicherheit ist nicht einfach zu beantworten. Die baltischen Staaten gelten innerhalb der EU als gut regierte und wirtschaftlich aufstrebende Länder. Eine Investition dort muss daher kein Fehler sein.

Fraglich ist aber, ob Kuetzal die Kapitalgarantie wirklich geben kann. Anleger sollten damit rechnen, dass es ein gewisses Ausfallrisiko gibt. Anders wären Zinssätze von teilweise über 20 Prozent auch nicht zu rechtfertigen.

Blick auf die verschneite Altstadt mit Stadttürmen von Tallinn.

Die baltischen Staaten sind Sitz vieler P2P-Anbieter. (Foto: Pixabay)

Hinzu kommt, dass die Regulierung der P2P-Plattformen im Baltikum erst im Aufbau ist. Anders als teilweise behauptet sind diese Dienstleister keinesfalls unkontrolliert. Vielmehr mussten auch große Anbieter wie Mintos teilweise auf Anweisungen von Behörden und Gerichten bestimmte Kredite zurückkaufen.

Was muss ich zum Thema Steuern wissen?

Kuetzal führt keine Abgeltungssteuern ab. Die Erträge sind aber trotzdem steuerpflichtig. Das bedeutet, dass Anleger in jedem Fall eine Steuererklärung abgeben müssen. Dort werden die Einkünfte dann genauso versteuert wie Zinseinnahmen aus Deutschland.
Der Vorteil gegenüber einer Einlage bei einer deutschen Bank ist, dass die Steuern erst mit der Steuererklärung fällig werden. Der Nachteil ist, dass dafür in jedem Fall eine Steuererklärung abgegeben werden muss. Die Steuerlast selbst verändert sich nicht.

Welche Kosten und welche weiteren Verpflichtungen erwarten mich?

Die Gebühren für Kuetzal werden ausschließlich vom Schuldner getragen. Für Geldgeber fallen also keine Kosten an.
Als Verpflichtungen für Anleger nennt Kuetzal nur, dass wahrheitsgemäße Angaben gemacht werden müssen. Eine Nachschusspflicht gibt es ebenso wenig wie bei deutschen Kreditplattformen wie auxmoney.

Alternativen zu Kuetzal

Eine Investition bei Kuetzal birgt zwar die Aussicht auf hohe Zinsen, allerdings auch einige der oben beschriebenen Risiken, vor allem die Gefahr eines Kreditausfalls. Wer mehr Geld als bei einem Tagesgeldkonto oder einem deutschen P2P-Anbieter wie auxmoney will, der hat mehrere Alternativen.

Alternative 1: Andere P2P-Plattformen

Kreditplattformen haben nicht zuletzt angesichts der niedrigen Zinsen enorm an Bedeutung gewonnen. Denn während die Zinsen bei den deutschen Banken nahe Null liegen, sind hier noch Renditen von über zehn Prozent möglich – allerdings auch bei höherem Risiko.

Deutsche Plattformen wie auxmoney bieten aktuell allerdings ebenfalls nur niedrige Zinsen. Höher sind die Renditen bei ausländischen Anbietern wie Bondora oder Mintos. Viele bieten, wie Kuetzal, eine Rückkaufgarantie für den Fall, dass der Schuldner sein Darlehen nicht tilgen kann. Im Gegensatz zu Kuetzal wird diese Garantie aber von einer Bank oder einem Kreditvermittler gegeben. Natürlich sind auch diese nicht gegen Insolvenzen gefeit, die Gefahr ist aber geringer als bei einem jungen Unternehmen wie Kuetzal. Die besten Plattformen finden Anleger in unserem P2P-Vergleich.

Top 5 P2P

Sie riskieren Ihr Kapital

Alternative 2: Anleihen, Aktien und ETFs

In Unternehmen können Geldgeber auch mit Anleihen investieren. Allerdings sind die Zinsen bei großen Unternehmen, wie oben beschrieben, aktuell niedrig, teilweise sogar negativ. Eine Alternative sind Anleihen von Firmen mit schlechterer Bonität. Allerdings steigt dann auch die Gefahr, dass die Anleihe nicht zurückgezahlt wird.

Aktien sind nach wie vor einer der besten Wege um eine höhere Rendite als mit Tages- und Festgeld zu erzielen. Über einen mittleren bis langen Zeitraum hat diese Form der Investition fast immer besser abgeschnitten als Zinsanlagen. Am einfachsten investiert man in den Aktienmarkt über einen ETF, der einen Aktienindex abbildet, beispielsweise den DAX, den Dow Jones oder den weltweiten MSCI All Countries World Index.

Top 5 ETF

Sie riskieren Ihr Kapital

Geld anlegen kann sich finanziell lohnen, aber es ist nicht ohne Risiko. Sie können einen Teil Ihrer Einlage verlieren.

Egal ob Anleihen, Aktien oder ETFs, für den Kauf über die Wertpapierbörsen brauchen Anleger einen Broker. Günstige Konditionen finden Anleger bei DeGiro, flatex oder der Onvista Bank. Diese haben sich aber auf Brokerage spezialisiert. Wer vom Girokonto bis zum Depot alles aus einer Hand will, findet gute Angebote bei der Consorsbank (oft attraktive Neukundenangebote) oder der Comdirect Bank.

Noch einfacher ist es, wenn man sein Geld einer automatisierten Vermögensverwaltung wie Oskar oder Scalable Capital anvertraut. Dabei sucht ein sogenannter Robo Advisor automatisch die zum Risikoprofil passenden ETFs.

Top 5 Robo Advisor

Sie riskieren Ihr Kapital

Zu den besten Anbietern gehören quirion und growney. Wer bei der gleichen Bank auch sein Girokonto führen will, hat die Möglichkeit dazu bei der Comdirect Bank, die einen Robo Advisor unter dem Namen Cominvest anbietet.

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Fazit

Kuetzal verspricht hohe Renditen bei gleichzeitig hoher Sicherheit. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die P2P-Plattform das Versprechen wirklich halten kann. Wenn viele Kredite ausfallen, wird es schwer für den Anbieter, die faulen Darlehen zu kaufen und die Einlagen der Sparer zu garantieren. Bessere Angebote machen hier etablierte Anbieter wie Mintos oder Bondora. Wer bereit ist etwas Risiko einzugehen, sollte auch über ein Anleihen- oder Aktien-Investment als Alternative nachdenken. Wer sich nicht zu sehr mit der Geldanlage befassen will, für den sind ein breit gestreutes ETF-Portfolio oder ein von einem Robo Advisor automatisiert verwaltetes ETF-Depot eine gute Wahl.

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