Futures

Was sind Futures? » So investieren Sie 2018 in Futures

Was sind Futures

Kaum ein anderes Finanzprodukt spaltet die Trading-Gemeinde so sehr wie Futures. Die einen loben die Transparenz und Fairness der Ausführung, die anderen beklagen den hohen Kapitalbedarf und dass Anleger damit mehr Geld verlieren können, als sie eingesetzt haben. Doch was hat es wirklich auf sich mit den Futures? Zunächst einmal handelt es sich bei Futures einfach um Terminkontrakte, also um Derivate, die den Kauf- oder Verkaufspreis einer Ware zu einem zukünftigen Termin verbriefen.

Die Zukunft handeln

Das bedeutet, zwei Parteien einigen sich darauf, beispielsweise eine Aktie oder eine Einheit bestimmter Rohstoffe (Gold, Erdöl, etc.) zu einem festgelegten zukünftigen Termin zu handeln. Dabei wird der Preis bereits zum Handelsabschluss festgelegt und ist zum Erfüllungszeitpunkt gültig, und zwar unabhängig vom Preis, den der Vertragsgegenstand dann auf dem direkten Markt (Spot Market) hat. Dieser wird als Kassapreis bezeichnet und kann sich vom Future-Preis natürlich deutlich unterscheiden.

Die ersten Termingeschäfte dieser Art dienten der Absicherung von Rohstoffproduzenten. Ein Landwirt, der in großen Mengen Weizen anbaut, unterliegt dem Risiko eines Ernteausfalles, da das Wetter zur Anbausaison nicht vorhersehbar ist. Um aber wirtschaften zu können, muss er Anschaffungen wie Maschinen und Personalkosten bereits im Voraus kalkulieren. Die Möglichkeit eines Warentermingeschäftes erlaubt es den Anbietern von Weizen, den Handelspreis bereits vor Ablauf der Erntesaison verbindlich festzulegen, unabhängig davon, wie die Ernte letztlich ausfällt.

Sowohl für den Anbieter, wie für den Abnehmer stellt dieser Handel eine Versicherung dar, einmal gegen fallende Preise für den Verkäufer, andererseits gegen steigende Preise auf der Seite des Käufers.

Der Terminhandel wird über darauf spezialisierte Handelsplätze durchgeführt, wie zum Beispiel die Terminbörse Eurex. Hier können private wie institutionelle Anleger Futures auf viele verschiedene Basiswerte handeln. Damit sind Futures inzwischen neben der Absicherungsfunktion auch vor allem als Spekulationsobjekt in Gebrauch.

Chance und Risiko zugleich: Der Marginhandel

Der Handel findet auf Margin statt, Anleger sind also mit Hebel im Markt. Das bedeutet, dass Trader nur für einen Bruchteil der eröffneten Position ihr Eigenkapital hinterlegen müssen. Meist bewegt sich der Anteil im Bereich von 5% bis 20%. Dies ist die vom Trader hinterlegte Sicherheit, auch Margin genannt. Die restliche Summe wird vom Broker bereitgestellt, es handelt sich im Grunde genommen um einen Kredit auf Zeit. Für Trader hat dies den Vorteil, dass sie mit wesentlich weniger Kapitaleinsatz operieren können. Die anlaufenden Gewinne oder Verluste beziehen sich aber auf die höhere, vom Broker bereitgestellte Anlagesumme, beträgt also ein Vielfaches der Rendite, die mit lediglich der Margin als Einsatz erzielbar gewesen wäre. Darum spricht man von gehebelten Positionen. Diese Technik ist auch im Forexhandel weit verbreitet und daher den meisten Tradern bekannt.

Genau daraus ergibt sich auch die eingangs erwähnte Kritik am Handel mit Futures. Die Verluste können tatsächlich den Einsatz übersteigen. Denn wenn der Markt gegen den Trader läuft, vervielfacht sich mit dem Hebel auch der Verlust und sobald dieser den Marginanteil übersteigt, schuldet der Trader dem Broker Geld. Dies ist die berüchtigte Nachschusspflicht, die zum gefürchteten Margin-Call führen kann. In der Praxis ist es üblich, dass Broker die Positionen rechtzeitig schließen, dennoch ist es immer wieder vorgekommen, dass Anleger hohe Summen nachzahlen mussten. Dennoch hat der Handel mit Futures viele Vorteile und erfreut sich bei aktiven Anlegern großer Beliebtheit.

Die Vorteile überwiegen

Ein Grund hierfür ist die hohe Transparenz. Trader agieren direkt über die Terminbörse miteinander. Es gibt keine zwischengeschalteten Market-Maker oder Broker, die eigene Kurse stellen, wie es etwa beim CFD-Handel üblich ist. Hier tritt der Broker oft als Gegenpartei an und handelt gegen die eigenen Kunden. Der Kurs eines Futures ergibt sich aber allein aus dem Orderbuch der Terminbörse und alle Anleger haben genau dieselben Kursdaten zur Verfügung. Kursmanipulationen sind somit nicht möglich. Hinzu kommen eine schnelle elektronische Ausführung der Orders und eine hohe Liquidität.

Diese wiederum sorgt für einen niedrigen Spread. Der Spread ist der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Kontrakts. Je größer das Handelsvolumen ist, desto enger rücken die beiden Preise aneinander heran und Slippage kommt im Futures-Markt praktisch nicht vor. Darunter versteht man eine Differenz zwischen tatsächlichem Ausführungspreis einer Order und dem bei der Orderaufgabe angegebenen Preis. Dieser Unterschied kann bei marktengen Werten sehr groß werden, da hier schon eine einzelne Order den Kurs beeinflusst. Die Slippage-Verluste können dazu führen dass die Performance einer Handelsstrategie vollständig zerstört wird.

Auch die Gebühren für den Futures-Handel sind im Vergleich niedriger, als bei anderen Finanzinstrumenten. Somit bieten Futures für aktive und professionelle Trader eine ganze Reihe von Vorteilen: Niedrige Gebühren, enge Spreads, hohe Transparenz.

Großer Kapitalbedarf

Allerdings erfordern sie aufgrund der Nachschusspflicht tatsächlich eine solide Handelsstrategie und außerdem einen relativ hohen Kapitalbedarf und sind damit für Anfänger nicht unbedingt geeignet.

Betrachtet man beispielsweise den DAX-Future (FDAX), so entspricht der Wert eines DAX-Punktes hier 25€. Steht der DAX bei 10000 Punkten, dann beträgt der Kontraktwert des FDAX 250 000 Euro.

Aufgrund des Marginhandels muss dieses Kapital zwar nicht komplett hinterlegt werden, aber auf die Schwankungen des Wertes wirkt sich der Punktwert vollumfänglich aus. Wenn ein Trader einen Kontrakt im FDAX hält, dann bedeutet eine Schwankung von 100 DAX-Punkten eine Kontobewegung von 2500 Euro. Eine solche Schwankung ist im DAX ganz normal und kommt oft mehrmals täglich vor. Es gibt sogar vereinzelt Tage, an denen der DAX Bewegungen bis zu 800 Punkten macht. Wenn sich Trader hier falsch positioniert haben, läuft auf dem Handelskonto also ein Buchverlust von 20 000 Euro auf. Daraus wird deutlich, dass es beim Handel mit dem FDAX sehr schnell um hohe Kapitalbeträge gehen kann und ein ausgereiftes Risikomanagement unabdingbar ist.

Es gilt die Regel, dass in einem seriösen Handelsansatz höchstens 2% des Gesamtkapitals für einen einzelnen Trade riskiert werden sollten. Setzt man nun etwa ein initiales Risiko von 50 Dax-Punkten an, dann sollte das minimale Startkapital für einen Futures-Trader also 60 000 Euro nicht unterschreiten.

Wer sich dennoch für den Handel mit Futures entscheidet, genießt die bereits angesprochenen Vorteile, die Futures neben Forex zum wahrscheinlich transparentesten Finanzprodukt machen

Bei Daytradern nach wie vor beliebt

Unter Daytradern erfreuen sich Futures daher großer Beliebtheit und sind fast schon zum Standardinstrument für den schnellen Intraday Handel mit Indizes geworden. Neben dem FDAX gibt es natürlich Futures auf alle wichtigen Aktienindizes, die alle nach demselben Prinzip funktionieren. Darüber hinaus bildet der BUND-Future den Rentenmarkt ab und es existieren natürlich Futures auf zahlreiche Rohstoffe und Edelmetalle. Bei der Brokerwahl sollten Trader aufgrund der hohen Kapitaleinsätze natürlich besonders auf eine Regulierung und Einlagensicherung achten und einen der großen Anbieter wählen, deren Seriosität als gesichert gilt.

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