Aktiendepot für Kleinanleger – Was dafür spricht

Aktiendepot für Kleinanleger

Viele private Anleger sind zunehmend verunsichert. In Zeiten niedriger Zinsen und manchmal schon vernehmbarer Negativzins-Drohungen scheinen Anleihen, Festgeldanlage oder Sparbücher keine wirkliche Alternative zu sein. Aber haben nicht auch die globale Finanzkrise und die politisch getriebenen Börsen gezeigt, dass die Aktienanlage ebenso risikobehaftet ist? Unser Beitrag fasst zusammen, was Kleinanleger beim Aufbau eines Aktiendepots beachten müssen.

Ein Aktiendepot eröffnen? Was dafür spricht

Auch wenn die Finanzmärkte immer wieder spektakulär einbrechen und der DAX etwa im Krisenjahr 2008 bis zu 20% Einbußen hinnehmen musste, bleibt doch eines unbestritten: Langfristig kennen die globalen Aktienmärkte nur eine Richtung, nämlich aufwärts.

Wer 1995 DAX-Aktien kaufte und diese bis 2010 hielt, erzielte damit trotz mehrmaliger starker Einbrüche eine durchschnittliche Jahresrendite von nahezu 8 Prozent. Da kann kein Sparbuch oder Bausparvertag mithalten. Einsteiger haben möglicherweise Bedenken, ob ein Aktiendepot für Kleinanleger mit einem eher bescheidenem Startkapital von einigen Tausend Euro überhaupt sinnvoll ist. Oder man scheut sich, erste Schritte an der Börse zu wagen, weil vermeintlich ein eminentes Fachwissen erforderlich ist, um erfolgreich zu sein. Hier kann in beiden Fällen Entwarnung gegeben werden.

Investor vs. Trader

Zwar ist es richtig, dass umso mehr Zeitaufwand und Fachwissen notwendig ist, je aktiver ein Anleger handelt, insbesondere bei komplexen Finanzinstrumenten wie Optionen oder Devisengeschäften auf den Forex-Märkten. Aber wer langfristig auf ein solides Aktienportfolio mit der nötigen Diversifikation setzt, braucht sich darum nicht weiter zu kümmern. Denn das langfristige globale Wirtschaftswachstum sorgt dafür, dass über die Jahre hinweg eine positive Rendite erzielt wird.

Diese langfristige Ausrichtung erfordert natürlich die Auswahl von Qualitätsaktien von soliden Unternehmen, die sich noch im stabilen Wachstum befinden. Dies lässt sich anhand von fundamentalen Kennzahlen der Unternehmen ablesen, die auf Finanzportalen oder den Webseiten der Unternehmen selbst veröffentlicht werden. Wer darauf setzt ist ein Investor, im Unterschied zum Trader. Denn wer Trading betreibt, versucht stattdessen, kurzfristige Kursbewegungen nach oben oder unten auszunutzen durch schnelle Ein- und Ausstiege.

Dies erfordert eine gänzlich andere Herangehensweise. Während für Trader nämlich die alte Börsenweisheit gilt: „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“, ist es für den Investor mit seiner langfristigen Perspektive wichtiger, sich von zwischenzeitlichen Rückschlägen nicht verunsichern zu lassen. Der Grund, warum die meisten Privatanleger langfristig nicht erfolgreich sind, liegt letztlich darin, dass ihre Handelsentscheidungen in den Verlustphasen von Angst getrieben sind und oft genau dann, wenn sich ein Boden im Kursverlauf ausgebildet hat, die Positionen mit Verlust verkauft werden.

Wie sieht der Kapitalbedarf aus

Eine weitere Frage, die sich Anfänger häufig stellen ist, wie viel Kapital überhaupt benötigt wird, um am Börsenhandel teilzunehmen. Auch hier ist zunächst wieder nach der grundlegenden Ausrichtung zu unterscheiden: Trader benötigen am Anfang wesentlich mehr Kapital um nennenswerte Gewinne zu erzielen. Denn die schnellen Kursbewegungen, von denen die Trader profitieren, fallen natürlich deutlich kleiner aus, als das nachhaltige Wachstum eine Aktie über Monate und Jahre hinweg. Daher muss ein Trader deutlich mehr Kapital investieren, um aus der kleinen Kursbewegung einen Gewinn zu erzielen.

Für Investoren ist dagegen neben der Auswahl solider, fundamental gut bewerteter und wachsender Unternehmen vor allem die Diversifikation wichtig.

Das heißt, es sollten Unternehmen verschiedener Branchen gewählt werden, die voneinander unabhängig sind. So kann die Schwäche einer bestimmten Branche dadurch aufgefangen werden, dass Aktien aus anderen Bereichen sich besser entwickeln. Beispielsweise könnte ein Aktienportfolio Einzelwerte aus der Automobilbranche, der Telekommunikation und dem Finanzsektor mischen.

Als Faustregel gilt, dass ein sinnvolles langfristiges Investieren mit etwa 5 Aktien aus unterschiedlichen Branchen beginnen sollte. Wenn man nun z.B. 1000 € pro Aktie investiert, dann lässt sich mit einem Kapitalbedarf von 5000 Euro bereits sinnvoll ein Aktiendepot für Kleinanleger aufbauen.

Wichtiger erster Schritt: Die Brokerwahl

Hat man sich dazu entschlossen, an der Börse aktiv zu werden und als Kleinanleger ein Aktiendepot zu eröffnen, dann muss man zunächst einen Broker auswählen. Da Privatanleger keinen direkten Zugang zur Börse erhalten, tritt der Broker als Makler auf und vermittelt zwischen Börse und Anleger.

Dazu muss man zunächst ein Depot eröffnen und das Handelskapital bei der Partnerbank des Brokers einzahlen. Danach können Kauf- und Verkaufsorders an den Broker übermittelt werden, der diese dann an der Börse ausführt. Die Auswahl an Brokern auf dem Markt ist riesig und kann für Anfänger zunächst verwirrend sein. Wichtige Kriterien bei der Brokerwahl sind die Depotgebühren, die Seriosität des Anbieters und welche Märkte handelbar sind.

Brokergebühren

Hier ist zu unterscheiden zwischen einer monatlichen Depotführungsgebühr, die heute nur noch in Ausnahmefällen erhoben wird und den Orderspesen, die ausnahmslos bei allen Brokern anfallen. Eine Depotgebühr erheben eigentlich nur noch die klassischen Hausbanken, die zusätzlich zum Girokonto auch ein Aktiendepot für Kleinanleger im Angebot haben.

Die zahlreichen Direktbroker, die eine Depotführung über eine Web-Plattform im Internet anbieten, haben im Allgemeinen ein kostenloses Depot. Beim Kauf oder Verkauf von Aktien fällt allerdings eine Ordergebühr an, die sich entweder prozentual an der Positionsgröße orientiert oder pauschal pro Order abgerechnet wird. Die Pauschalgebühren liegen üblicherweise im Bereich von 5-10 Euro pro Order. Ein Online-Zugang über eine Web-Plattform und über Mobilgeräte ist heute bei so gut wie allen Brokern Standard, bei manchen Brokern kann man die Order auch noch telefonisch aufgeben. Dies ist vor allem bei technischen Problemen und Netz-Ausfällen sehr nützlich.

Seriosität

Nachdem im Aktiendepot für Kleinanleger gewöhnlich ein erheblicher Anteil des gesamten angesparten Kapitalvermögens steckt, kann die Frage nach der Seriosität des Brokers kaum hoch genug bewertet werden. Zum Glück ist der Markt in Deutschland sehr transparent und schwarze Schafe können sich kaum halten, da Finanzdienstleistungen eine Zulassung durch die zuständige Aufsichtsbehörde BaFin benötigen. Anfänger sollten daher darauf achten, dass der Broker seinen Sitz in Deutschland hat und durch die BaFin reguliert wird. In diesem Fall sind die Einlagen abgesichert und man ist als Kleinanleger auf der sicheren Seite.

Marktzugänge

Vor der Depoteröffnung sollten Kleinanleger festlegen, welche Märkte gehandelt werden sollen. Dies hängt davon ab, in welcher Risikoklasse der Kleinanleger investieren möchte und auch hier gilt wieder, dass Investoren eher Wertpapiere einer niedrigeren Risikoklasse bevorzugen sollten.

Neben der grundlegenden Frage, ob neben Aktien auch Optionen oder Zertifikate ins Depot sollen, ist weiterhin zu überlegen, ob auch ausländische Märkte von Interesse sind. Sehr beliebt sind zum Beispiel amerikanische Aktien, aber auch Schwellenländer wie Indien und China versprechen risikofreudigeren Anlegern interessante Trading-Chancen.

Während Broker mit Sitz in Deutschland selbstverständlich Aktien deutscher Unternehmen anbieten, sieht es bei internationalen Märkten anders aus. Hier besteht entweder überhaupt kein Zugang oder die Ordergebühren für ausländische Börsenplätze sind sehr hoch. Für Anfänger empfiehlt es sich daher, sich tatsächlich zunächst auf deutsche Aktien aus DAX und MDAX zu beschränken. Wer später mit mehr Erfahrung auch an ausländischen Börsen handeln möchte, kann in der heute global vernetzten Welt leicht ein Konto bei einem im entsprechenden Land ansässigen Broker eröffnen, was aufgrund der Gebührenstruktur meist deutlich vorteilhafter ist.

Bekannte Online-Direktbroker auf dem deutschen Markt sind zum Beispiel:

Viele Seiten bieten einen kostenlosen Depotvergleich an. Wer ein Aktiendepot eröffnen möchte, sollte eine Checkliste mit den wichtigsten Kriterien anlegen und dann dort die Angebote der verschiedenen Broker miteinander vergleichen.

Einige Broker bieten auch ein kostenloses Demokonto an. Dies ist nicht nur nützlich, um die Handelsplattform des Brokers zu testen, sondern damit können auch verschiedene Anlagestrategien ohne Risiko ausprobiert werden.

Weiterführende Beiträge

Lynx Logo
LYNX Aktiendepot Erfahrungen – Test und Bewertung

Interactive Broker- Angebot ab 4.000€ Mindesteinlage mehr lesen

ING DiBa Logo
ING-DiBa Aktiendepot Erfahrungen – Test und Bewertung

Beliebteste Bank 2015 mit sehr großem Komplett-Angebot mehr lesen

Kostenloses Aktiendepot 2018 » Jetzt kostenlos Depot eröffnen

Heute sind kostenlose Wertpapierdepots nicht völlig ohne Zusatzkosten. Wir erklären, wo Kosten versteckt sein können. mehr lesen

Top 5 Aktien Depots

Sie riskieren Ihr Kapital