Wie viel Startkapital benötigen Sie beim Aktienhandel?

Wie viel Startkapital benötigen Sie beim Aktienhandel?

Dividende

Wie viel Startkapital benötigen Sie beim Aktienhandel?

Wer in Aktien investieren möchte und sich bereits einige Zeit mit möglichen Kandidaten beschäftigt hat, steht vor einer wichtigen Frage: Wie viel Kapital benötigt ein Anleger, der in den Aktienhandel einsteigt? Häufig muss diese Frage schnell beantwortet werden, damit ein günstiger Einstiegszeitpunkt nicht verpasst wird. Auch Anfänger sollten deswegen vorbereitet sein!

Das entscheidende Merkmal: Freie Verfügbarkeit
Wie viel Startkapital für den Aktienhandel eingesetzt werden muss, wird von verschiedenen Experten unterschiedlich beantwortet. Grundsätzlich ist der kleinster Nenner jedoch die folgende Aussage: Das eingesetzte Kapital muss frei verfügbar sein und darf nicht zu sehr schmerzen, falls es verloren geht. Alles weitere betrifft dann nämlich vor allem die Rendite. Es wäre jedoch grundsätzlich möglich, selbst einen Totalverlust in eine Aktie als Lehrgeld zu verbuchen. Natürlich ist dies umso leichter, je geringer das Kapital ist. Allerdings ermöglicht mehr Kapital, die Rendite zu erhöhen, da die Transaktionskosten je Aktie gesenkt werden und durch mehrere Aktien eine Risikodiversifikation zu erzielen. Das optimale Kapital kann also weit höher liegen und ist auch eine Frage der eigenen Risikofreude.

Startkapital: Faktor Transaktionskosten

Viele Ratgeber geben Einsteiger den Tipp, möglichst umfangreich in Aktien zu investieren und bis zu 2.000 Euro je Position anzulegen. Ob dies tatsächlich notwendig ist, hängt dabei jedoch vor allem von den Transaktionskosten ab. Diese fließen deutlich in die Kosten ein und können so die Rendite deutlich mindern. In solchen Fällen muss der Aktienkurs deutlich steigen, damit der Einsteiger überhaupt einen Gewinn erzielen kann. Zudem lohnen sich für Anfänger günstige Flatrate-Angebote häufig nicht, da sie dafür schlichtweg nicht genügend handeln. Die Transaktionskosten bleiben also vergleichsweise hoch. In ungünstigen Fällen können sie selbst bei einer soliden Positionsgröße über sechs Prozent ausmachen.

Allerdings sind diese durch Online Broker deutlich gesunken. Im Gegensatz zu vor einigen Jahren und Filialbanken müssen Anleger heute nur noch einen Bruchteil der Transaktionskosten von vor einigen Jahren einkalkulieren. Es lohnt sich in einem Vergleichsrechner verschiedene Gebührenmodelle zu vergleichen und anschließend auszurechnen, wie groß der Wertzuwachs einer einzelnen Aktie bei verschiedenen Positionsgrößen sein muss, damit sich ihr Kauf lohnt.

Davon ausgehend kann dann eine genauere und individuelle Aussage darüber gemacht werden, wie groß das investierte Kapital für die einzelne Aktie tatsächlich sein muss. In der Regel sind jedoch zwischen 500 und 2000 Euro Startkapital empfehlenswert.

Startkapital: Faktor Diversifikation

Einer der Ratschläge, die Einsteiger in den Aktienhandel immer wieder hören ist fraglos, dass eine ausreichende Risikodiversifikation das A und O ist. Demzufolge empfehlen Experten häufig zwischen 5 und 12 verschiedene Aktientitel. Wie viele tatsächlich notwendig sind, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab.

Wer beispielsweise primär daran interessiert ist, den Aktienhandel zu erlernen und Erfahrungen zu sammeln, kann dies bereits mit einer Aktie tun. Die Erfahrungen werden dann zwar nicht besonders umfangreich ausfallen und das Risiko ist durch die fehlende Streuung größer. Allerdings ist der Lerneffekt in der Regel wesentlich größer, wenn tatsächlich das eigene Kapital auf den Spiel steht.

Wer den Aktienhandel jedoch primär aus Gründen der möglichst effektiven Geldanlage betreibt, sollte stärker darauf achten, sein Risiko zu streuen. Für den Anfang gelten zwischen vier und sechs Aktien als empfehlenswert. Es sollten zudem keinesfalls mehr als zehn Aktien erworben werden, da gerade Anfänger dann leicht die Übersicht verlieren.

Eine gute Risikodiversifikation wird jedoch nicht einfach dadurch erreicht, dass möglichst viele Aktien erworben werden. Vier Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Ländern können wesentlich diversifizierter sein als 10 DAX-Werte aus dem gleichen Umfeld. Dafür wäre das Extra-Kapital, das sonst für die anderen sechs Aktien eingesetzt werden würde, vielleicht besser in Rohstoffen oder anderen Finanzprodukten angelegt.

Mehr Startkapital als notwendig

Für alle, die mehr Startkapital als notwendig besitzen, stehen die folgenden Möglichkeiten offen:

  • Positionsgröße erhöhen
  • Mehr Aktien kaufen
  • Andere Finanzprodukte wählen

Welcher Weg der beste ist, ist von der jeweiligen Anlagestrategie abhängig. Wer beispielsweise bereits genügend Kapital in festverzinste Kapitalanlagen, Sachwerten und spekulativeren Geschäften investiert hat, kann sein Geld beruhigt in Aktien fließen lassen. Er sollte sich dabei allerdings darüber bewusst sein, dass durch eine ungleichmäßige Erhöhung der Positionsgröße auch das Risiko verschoben wird. Wer sich beispielsweise dafür entscheidet, besonders viele Aktien eines Startup-Unternehmens zu kaufen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass sein Risiko deutlich s teigen wird. Bei alteingesessenen Unternehmen sinken hingegen die Renditechancen. Dass auch eigentlich als sicher geltende Aktien jedoch nicht völlig risikofrei sind, sollte auch dem Anfänger klar sein.

Weniger Startkapital als benötigt

Wer weniger Startkapital zur Hand hat, als er für einen sinnvollen Einstieg in den Aktienhandel benötigt, darf auf keinen Fall das wichtigste Merkmal, die freie Verfügbarkeit, außer Acht lassen. Vor allem sollte er vermeiden, für den Aktienhandel einen Kredit aufzunehmen. Dies würde dazu führen, dass er ein unnötiges Risiko eingeht, die Rendite durch die Kreditkosten gesenkt werden und der Druck, Rendite zu erzielen, deutlich ansteigt. Gerade bei Lombardkrediten kann durch die Nachschusspflicht bei sinkenden Aktienkursen eine gefährliche Schieflage entstehen. Auch der beste Einstiegszeitpunkt rechtfertigt deswegen keine Kreditaufnahme.

Sinnvoller ist es, die Kosten und Einnahmen zu überprüfen und einen Sparplan zu erstellen, bis das notwendige Kapital aufgebracht werden kann. Zudem gibt es durchaus andere Möglichkeiten von steigenden Börsenkursen zu profitieren. Sparpläne, Indexfonds oder ETFs ermöglichen, das Risiko mit weniger Kapital ausreichend zu streuen und sind deswegen auch bei einem geringeren Startkapital empfehlenswert. Je nach Fonds können tausend Euro ausreichend sein, um eine ausreichende Streuung zu erreichen.

Beide Möglichkeiten können grundsätzlich auch miteinander kombiniert werden. Anfänger können also beispielsweise erst einmal mit der Investition in ETFs starten und parallel Geld ansparen. Zu einem günstigen Zeitpunkt kann dann das Kapital aus den Fonds zusammen mit dem gesparten Geld in Aktien fließen. Da die Gebühren hier in der Regel nicht gerade günstig sind, ist eine längerfristige Investition über einige Jahre jedoch häufig empfehlenswert.

Fazit

Wieviel Startkapital Sie benötigen, hängt davon ab, was Sie mit der Anlage erreichen möchten. Wenn es Ihnen vor allem darum geht, erste Schritte im Aktienhandel zu gehen und Sie einen Totalverlust verkraften können, reichen bereits um die 500 Euro aus. Eine gute Risikostreuung und ein gutes Verhältnis von Transaktionskosten und Aktie können Sie ab einem Startkapital von 4.000 Euro erzielen. Wichtig ist die richtige Auswahl der Aktien und ein günstiger Broker.

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